"Deutschland spricht" soll Zehntausende Zwiegespräche vermitteln

epd-bild/Jens Schulze

Diskussion erwünscht

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Das Projekt "Deutschland spricht" geht in eine neue Runde: Zehntausende Diskussionspaare mit möglichst unterschiedlichen politischen Ansichten sollen am 23. September überall in Deutschland Vier-Augen-Gespräche führen.

Elf deutsche Medienhäuser beteiligen an der Aktion, für die Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat, wie "Zeit Online" zum Start der Bewerbungsphase am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Die Medienpartner werden ihren Lesern in den kommenden Wochen aktuelle, für alle gleichlautende Fragen stellen, etwa: "Sollten deutsche Innenstädte autofrei werden?" Oder: "Können Muslime und Nicht-Muslime in Deutschland gut zusammen leben?" Anschließend findet ein Algorithmus anhand der Antworten diejenigen Menschen, die nahe beieinander wohnen, aber möglichst unterschiedlich denken. Am Sonntagnachmittag des 23. September können sich die auf diese Weise vermittelten Diskussionspaare überall in Deutschland treffen.

Vor einem Jahr 12.000 Anmeldungen

Beim ersten "Deutschland spricht", einer Initiative von "Zeit Online", hatten sich im vergangenen Jahr vor der Bundestagswahl 12.000 Menschen angemeldet. In diesem Jahr rufen insgesamt elf Medienhäuser gemeinsam dazu auf, sich mit einem politisch Andersdenkenden zu treffen, darunter "chrismon" und "evangelisch.de", die Deutsche Presse-Agentur (dpa), "Der Spiegel", die "Süddeutsche Zeitung" und die "Tagesthemen".

Bei "Deutschland spricht" wird die Plattform "My Country Talks" eingesetzt, die von "Zeit Online" gemeinsam mit internationalen Partnern konzipiert und zusammen mit Google umgesetzt wurde. Die Software ermöglicht es Medien weltweit, politisch Andersdenkende in Eins-zu-Eins-Gespräche zu vermitteln. In den kommenden Monaten sind "My Country Talks"-Veranstaltungen in der Schweiz, Norwegen, Österreich und Dänemark geplant.

Das evangelische Magazin "chrismon" und das Internetportal "evangelisch.de" werden vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main verantwortet. Die zentrale Medieneinrichtung der Evangelischen Kirche in Deutschland trägt auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd).

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