Unesco: Nationalparks am Turkana-See in Kenia bedroht

epd-bild/Bettina Ruehl

Fischer am Ufer des Turkana-Sees ganz im Norden von Kenia

Fischer am Ufer des Turkana-Sees ganz im Norden von Kenia

Der salzhaltige Turkana-See im Norden Kenias ist nach Einschätzung der Unesco extrem bedroht. Das Unesco-Welterbekomitee hat die drei Nationalparks am Turkana-See auf die Liste des gefährdeten Weltnaturerbes gesetzt.

Das teilte die deutsche Unesco-Kommission am Donnerstagabend mit. Die Nationalparks seien durch den Bau eines Staudamms und Bewässerungsprojekte im Nachbarstaat Äthiopien bedroht. Der See ist zehn Mal so groß wie der Bodensee und liegt in einer sehr trockenen Region. Das Welterbekomittee tagt bis 4. Juli im Golfstaat Bahrain.

Die Flutung des errichteten Staudamms habe massive negative Auswirkungen auf die Wasserzufuhr des Turkana-Sees, den Fischbestand und das gesamte Ökosystem. "Das Ökosystem ist Lebensgrundlage für Millionen von Menschen", erklärte die UN-Organisation für Bildung und Kultur. Alle Projekte müssten gestoppt und auf ihre Auswirkungen untersucht werden. Die Staatengemeinschaft sei aufgerufen, bei Schutzmaßnahmen zu kooperieren. Die Nationalparks am Turkana-See zählen seit 1997 zum Welterbe.

Knochen und Steinwerkzeuge aus der Frühzeit der Menschheit

Der See ist laut Unesco Heimat einer außergewöhnlichen Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Wasservögel rasten in den umliegenden Nationalparks, die zudem wichtige Brutstätten für das Nilkrokodil, Nilpferd und Giftschlangen sind. Zudem liegt dort der bedeutsame Ausgrabungsort Koobi Fora, wo Knochen und Steinwerkzeuge aus der Frühzeit der Menschheit gefunden wurden. Dazu gehört das fast vollständig erhaltene Skelett eines Jungen, des "Turkana Boys".

Als ein gelungenes Beispiel für den Schutz gefährdeter Stätten nennt die Unesco das Naturreservat Barriereriff von Belize in Mittelamerika. Nach erfolgreichen Maßnahmen zu dessem Schutz wurde das Reservat vor wenigen Tagen aus der Liste der bedrohten Stätten gestrichen, wo es seit 2009 eingetragen war. Damit sind 54 Stätten auf der Liste des Welterbes in Gefahr verzeichnet. Darunter sind auch der Nationalpark Virunga im Kongo und die Stadt Liverpool. Das Welterbekomitee setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen.

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