Missbrauchsskandal in Chile: Papst nimmt Rücktritt von Bischöfen an

epd-bild/Cristian Gennari

Papst Franziskus

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Drei chilenische Bischöfe scheiden aus dem Amt. Sie hatten dem Papst im Zuge eines Missbrauchsskandals ihren Rücktritt angeboten.
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Nach dem Missbrauchsskandal in der chilenischen Kirche hat Papst Franziskus den Rücktritt dreier Bischöfe angenommen. Darunter ist nach Vatikanangaben vom Montag der Bischof von Osorno, Juan Barros, an dessen Fall sich auch Kritik am Papst entzündete. Franziskus hatte Barros, der sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch seinen Mentor gedeckt haben soll, in das Bischofsamt ernannt.

Administratoren ernannt

Neben Barros verlieren der Erzbischof von Puerto Montt, Cristián Caro Cordero, und der Bischof von Valparaiso, Gonzalo Duarte Garcia De Cortázar, ihr Amt, wie "Vatican News" meldete. Für alle drei Diözesen seien Apostolische Administratoren ernannt worden. Barros solle zunächst ein Sabbatjahr einlegen, die beiden anderen bereits 75-Jährigen werden mit dem Überschreiten der Altersgrenze entpflichtet.

Bei der Chile-Reise des Papstes im Januar hatte es scharfe Proteste gegen den Umgang des Kirchenoberhaupts mit den Missbrauchsfällen in dem südamerikanischen Land gegeben. Franziskus hatte die Vorwürfe zunächst als "Verleumdung" zurückgewiesen, wenig später aber bedauert, dadurch mögliche Opfer verletzt zu haben. Anschließend empfing Franziskus mehrfach Missbrauchsopfer im Vatikan und schob eine Aufarbeitung des Skandals an.

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