Hilfswerk: Autoindustrie für Kinderarbeit verantwortlich

epd-bild / Stefan Arend

Umkehrpfeil auf einer Straße

Umkehrpfeil auf einer Straße

Zur Gewinnung des Minerals Mica werden laut terre des hommes vor allem in Indien, Madagaskar, China, Sri Lanka, Pakistan und Brasilien Kinder eingesetzt.

Das Kinderhilfswerk terre des hommes prangert Kinderarbeit beim Mineralienabbau für die Autoindustrie an. Zur Gewinnung des Minerals Mica (deutsch: "Glimmer") würden vor allem in Indien, Madagaskar, China, Sri Lanka, Pakistan und Brasilien Kinder eingesetzt, teilte das Hilfswerk am Montag anlässlich des Weltkindertages am 12. Juni mit. Mica werde in der Auto-, Elektronik- und Kosmetikherstellung auch von deutschen Unternehmen genutzt.

Gefahr durch Staublunge

Allein in Indien würden 90 Prozent der Mica-Minen illegal betrieben. Dort bauen den Angaben zufolge etwa 22.000 Kinder das Mineral ab. Der dabei entstehende Staub verursache Silikose, die sogenannte Staublunge. Viele Kinder brächen unter der Last der Arbeit in der großen Hitze zusammen und seien unterernährt.

Terre des hommes fordert die deutsche Industrie auf, umgehend ihre Lieferkette sorgfältig zu überprüfen und an den Standards und Verfahren der OECD und der Vereinten Nationen auszurichten. "Noch immer kümmern sich große Unternehmen nicht ausreichend darum zu überprüfen, wo ihre Rohstoffe herkommen und ob dabei Kinder ausgebeutet werden", sagte Vorstandssprecher Albert Recknagel.

Mit einem Anteil von 26 Prozent ist die Elektronikbranche - einschließlich der Fahrzeugelektronik - der größte Abnehmer von Mica, hieß es. Dahinter folge die Farb- und Beschichtungsindustrie mit einem Anteil von 24 Prozent. Mica sei in Produkten wie Föhnen und Rasierern enthalten, aber auch in Smartphones, Laptops, Computern und allen Geräten mit Platinen.

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