Deutsche Welle als Stimme gegen Fake News gewürdigt

epd-bild

Logo der Deutschen Welle

Logo der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle feiert ihr 65-jähriges Bestehen - und hofft auf politische und finanzielle Unterstützung, um im Ausland noch aktiver zu werden.

Zum 65-jährigen Bestehen der Deutschen Welle (DW) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bedeutung des Auslandssenders in Zeiten von Krisen und Fake News hervorgehoben. "Wir alle erleben, wie wichtig eine solche Stimme ist in einer Zeit, in der wir Verfälschungen in einer Weise kennenlernen, wie wir sie uns nicht hätten träumen lassen", sagte Merkel bei einem Festakt am Dienstag in Berlin.

Zugleich versprach sie, den Sender weiter zu fördern. "Wir sind daran interessiert, dass Sie noch stärker werden", betonte sie und fügte hinzu, dass sich auch im Bundestag die Zahl der DW-"Fans" erhöht habe. "Sie können darauf setzen, dass Sie auch weiterhin politische Unterstützung bekommen.

Der Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg sagte, die Deutsche Welle wolle "noch besser Deutschland und Europa erklären". Zur deutschen Identität gehöre "auch das Erinnern an die Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden". Darüber zu berichten, verstehe der Sender als Teil seines Auftrags. "Weder Extremisten noch Nationalisten werden unsere Haltung in dieser Frage ändern."

"Stimme des deutschen Bundestags"

Mit Verweis auf aktuelle Herausforderungen und den Bedarf weiterer Finanzmittel betonte er zugleich: "Der schönste und nachhaltigste Ausdruck von Wertschätzung ist, wenn es sich im Budget widerspiegelt." Der internationale Wettbewerb sei stärker geworden, die Digitalisierung erfordere neue Antworten und Autokraten weltweit machten die Arbeit nicht leichter. "Wir müssen neue Wege gehen", sagte er und hob dabei die Idee eines türkischsprachigen TV-Senders hervor, die die Deutsche Welle verwirklichen wolle. Das Engagement für die Pressefreiheit weltweit müsse etwas wert sein, sagte er.

Merkel pflichtete ihm bei, dass Auslandskommunikation in einer vernetzten Welt wichtiger werde. Es sei kein Zufall, dass Länder wie Russland oder China ihre Auslandssender massiv ausbauten. Sie verwies darauf, dass die Deutsche Welle schon 1994 als erster öffentlicher Sender in Deutschland ein Internetangebot freigeschaltet habe und bemerkte: "Eine der großen Sorgen, die ich manchmal habe, ist, dass wir ein bisschen nicht mitkriegen, wie die ganze Welt sich schon bestimmter neuer Medien bedient, und denken, wir seien ganz vorne mit dabei."

Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien, Katrin Budde (SPD), bezeichnete die Deutsche Welle als "Stimme des deutschen Bundestags". Der Sender stehe für Fakten und nicht für Fake News. In Zeiten von zunehmendem Populismus, Terror und Propaganda wachse die Bedeutung der Deutschen Welle. Sie betonte, dass der Ausschuss mehrheitlich die finanzielle Stärkung des Sendes befürworte.

Kampf gegen Zensur

Die Deutsche Welle wird ganz überwiegend mit Steuermitteln aus dem Haushalt der Bundeskulturbeauftragten finanziert. Im Jahr 2017 waren dies rund 325 Millionen Euro. Damit liegt der Sender hinter dem französischen Auslandsrundfunk (380 Millionen Euro pro Jahr) und dem britischen Dienst BBC World (524 Millionen Euro).

Im weltweiten Kampf gegen Zensur sieht sich die Deutsche Welle von Beginn an in einem "dauerhaften Wettrüsten". "Im Iran, in China oder Ägypten wird ein enormer Aufwand betrieben, um uns zu blockieren", sagte der Direktor Distribution und Technik des Senders, Guido Baumhauer, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Neben dem Jamming, also der Störung von Radio- und TV-Signalen und der offensichtlichen Internetblockade oder -Kontrolle, seien auch subtile Formen gängig, wenn etwa DW-Journalisten nicht mehr akkreditiert würden oder die Lizenz für die Ausstrahlung auf sich warten lasse.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.