US-Theologen protestieren vor dem Weißen Haus

epd-bild/Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani

US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

In den USA haben mehr als 20 Kirchenrepräsentanten die Politik von Präsident Donald Trump scharf verurteilt. Trumps Devise "America first" sei aus theologischer Sicht eine Irrlehre, heißt es in ihrer Erklärung, die am Donnerstagabend (Ortszeit) nach einem Gottesdienst vor dem Weißen Haus verlesen wurde.

Prominentester Unterzeichner ist der leitende Bischof der US-amerikanischen Episkopalkirche, Michael Curry, der bei der Hochzeit von Meghan Markle und Prinz Harry in Schloss Windsor am vergangenen Wochenende die Predigt hielt.

In der Erklärung äußerten sich die Theologen "zutiefst besorgt" über ein Wiederaufleben von Nationalismus, Rassismus, Fremden- und Frauenfeindlichkeit in den USA. Das Land sei in einer "politischen, moralischen und theologischen Krise".

"Liebe deinen Nachbarn"

Curry betonte beim Gottesdienst in Washington, Nächstenliebe müsse ungeachtet politischer Ansichten gelebt werden: "Liebe deinen Nachbarn, ob du ihn magst oder nicht." Der Leiter und Gründer der evangelikalen Organisation Sojourners, Jim Wallis, erklärte, es gehe den Kirchenvertretern "um die Seele der Nation und die Integrität der Kirche".

Kritisiert werden in der Erklärung auch die "ständigen Lügen der höchsten Führer der Nation". Autoritäre politische Führung sei "eine Gefahr, die Demokratie und das Allgemeinwohl" bedrohe.

Zu den Unterzeichnern auf der Homepage "www.reclaimingjesus.org", gehören auch der US-amerikanische Franziskanerpater und Bestseller-Autor Richard Rohr, der Theologe Walter Brueggemann und die Leiterin des Verbandes afro-amerikanischer Geistlicher, Barbara Williams-Skinner.

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