UN: Die Verstädterung schreitet voran

epd-bild / Ingrid Raagaard

Arbeiter beim Bau eines Hauses in der ruandischen Hauptstadt Kigali

Arbeiter beim Bau eines Hauses in der ruandischen Hauptstadt Kigali

Immer mehr Menschen werden nach einer Prognose der Vereinten Nationen künftig in Städten leben. Heute lebten 55 Prozent der Erdenbewohner in der Stadt, im Jahr 2050 seien es voraussichtlich 68 Prozent, teilte die Bevölkerungsabteilung der UN am Mittwoch in New York mit.

Das natürliche Wachstum und der Zuzug vom Land werde die Stadtbevölkerung bis 2050 um 2,5 Milliarden Bewohner wachsen lassen. Die höhere Siedlungsdichte werde große Herausforderungen für die Metropolen bringen, erklärte der Direktor der Bevölkerungsabteilung, John Wilmoth. Die Städte müssten ihren Einwohnern Wohnraum, Jobs und eine ausreichende Energieversorgung anbieten.

Wachstum in Afrika und Asien

Heute leben den Angaben zufolge weltweit 4,2 Milliarden Kinder, Frauen und Männer in urbanen Zentren, zur Mitte des 20. Jahrhunderts seien es noch 750 Millionen Menschen gewesen. Der Großteil des Zuwachses bis 2050 werde in Asien und Afrika stattfinden, erwarten die UN-Experten.

In Indien, China und Nigeria wird den Schätzungen zufolge das Plus besonders stark ausfallen. In Indien werden die Städte demnach um mehr als 400 Millionen Menschen wachsen, in China um mehr als 250 Millionen und in Nigeria um 190 Millionen.

Höherer Lebensstandard

Die Verstädterung biete Menschen in armen Ländern die Chance auf einen höheren Lebensstandard, betonte Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. In Metropolen ließen sich medizinische Versorgung, Schulen und andere öffentliche Dienstleistungen mit geringeren Pro-Kopf-Kosten als in ländlichen Gebieten bereitstellen. Bähr forderte gezielte Investitionen in die öffentlichen Einrichtungen, um das Leben der Stadtbewohner zu verbessern.

Mit der Verstädterung der Erde geht den Berechnungen der UN-Experten zufolge eine Abnahme der Bevölkerung auf dem Land einher. Heute leben knapp 3,4 Milliarden Menschen in ländlichen Regionen. Zur Mitte des 21. Jahrhunderts werden demnach nur noch 3,1 Milliarden Kinder, Frauen und Männer außerhalb der Städte wohnhaft sein.

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