PEN-Zentrum fordert Moratorium für Marx-Denkmal

epd-bild/Oliver Dietze

Trier zeigt zum Karl-Marx-Jubiläum vier Ausstellungen über Leben und Werk.

Trier zeigt zum Karl-Marx-Jubiläum vier Ausstellungen über Leben und Werk.

Der Schriftstellerverband PEN-Zentrum Deutschland fordert die Stadt Trier auf, die für diesen Samstag geplante Eröffnung des von China geschenkten Karl-Marx-Denkmals zu verschieben.
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Vor der Enthüllung der fünfeinhalb Meter hohen Marx-Statue am Simeonstiftplatz in Trier solle das PEN-Ehrenmitglied, die chinesische Dichterin Liu Xia, aus dem 2010 verhängten Hausarrest entlassen und ihr die Ausreise erlaubt werden, schreibt der PEN-Vizepräsident Ralf Nestmeyer am Freitag in einem offenen Brief an den Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD). "Ich bin mir sicher, dass dies auch im Sinne von Karl Marx gewesen wäre", schreibt Nestmeyer.

Signal für die Meinungsfreiheit

Marx sei als Redakteur der "Rheinischen Zeitung" wiederholt entschieden für die Freiheit des Wortes eingetreten. Paradoxerweise werde gerade diese Freiheit in China extrem eingeschränkt. Eine Verschiebung der Denkmaleröffnung und die Solidarisierung mit dem "gesundheitlich schwer angeschlagenen Ehrenmitglied Liu Xia" wäre ein deutliches Signal für die Meinungsfreiheit, "das weit über die Stadt Trier hinausstrahlen könnte", schreibt der PEN-Vizepräsident.

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