Missbrauchsvorwürfe gegen UN-Soldaten im Südsudan

epd-bild/Marc Engelhardt

UN-Fahne

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Die UN-Mission im Südsudan (Unmiss) untersucht nach eigenen Angaben Vorwürfe gegen mindestens einen UN-Blauhelmsoldaten wegen sexuellen Missbrauchs.

Ein minderjähriges Mädchen habe berichtet, unsittlich berührt worden zu sein, hieß es in einer schriftlichen Erklärung, die am Dienstag in der südsudanesischen Hauptstadt Juba veröffentlicht wurde. Vorwürfe wegen Vergewaltigungen habe es dagegen nicht gegeben.

Konkret geht es um vier Teenagerinnen, die vor anderthalb Wochen versucht hatten, in ein Camp von nepalesischen Einheiten zu gelangen. Dabei seien sie von Wachen bemerkt und festgehalten worden. Auf Missbrauchsfälle spezialisierte Betreuer kümmerten sich derzeit um die Mädchen, ein weiteres Team sei zur Aufklärung des Vorfalls nach Aweil im Nordwesten des Südsudans entsandt worden.

Null-Toleranz-Politik angekündigt

Erst im Februar waren mehr als 40 Polizisten aus Ghana, die für die UN-Friedensmission im Südsudan im Einsatz waren, in ihre Heimat zurückgeschickt worden, nachdem ihnen sexuelle Ausbeutung vorgeworfen worden war. UN-Generalsekretär António Guterres hat eine Null-Toleranz-Politik angekündigt, nachdem zahlreiche Fälle sexuellen Missbrauchs durch UN-Blauhelme bekannt geworden waren. Für die strafrechtliche Verfolgung sind die Entsendestaaten, im jüngsten Fall Nepal, zuständig. Menschenrechtler bemängeln, dass die meist armen und hilflosen Opfer kaum Chancen haben, gegen die Täter vorzugehen.

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