Ohne Fahrer und elektrisch

epd-bild/Christian Ditsch

Der neu vorgestellte Elektro-Minibus in Berlin

Der neu vorgestellte Elektro-Minibus in Berlin

Gelb, leise, ohne Fahrer: Seit Montag sind in Berlin die ersten fahrerlosen Busse in Betrieb. Die Elektro-Minibusse der städtischen Verkehrsbetriebe verkehren in einer zweijährigen Pilotphase zunächst auf dem Campus der Charité-Uniklinik.

In Berlin haben am Montag die ersten zwei autonom fahrenden Busse den Linienbetrieb aufgenommen. Die Elektro-Minibusse der französischen Hersteller Navya und EasyMile befahren in einer bis 2020 geplanten Pilotphase auf dem Campus Charité Mitte in einer Ringlinie eine etwa 1,2 Kilometer langen Strecke mit neun Haltestellen, wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mitteilten. Sie sollen Mitarbeiter, Patienten und Besucher transportieren.

Die Höchstgeschwindigkeit beträgt zwölf Stundenkilometer. Ein zweiter Linienbetrieb auf einer 800 Meter und einer 1,5 Kilometer langen Route soll mit den selbstfahrenden Hightech-Minibussen Mitte April auf dem Charité-Campus Virchow-Klinikum im Wedding starten. Die Batteriekapazitäten der Busse reichen für bis zu 14 Stunden Einsatz.

Die beiden Charité-Uniklinikstandorte eigneten sich für das Projekt mit dem Namen "Stimulate" besonders gut, da sie über ausreichend große Testfläche verfügen und vom öffentlichen Straßenland abgegrenzt sind, sagte BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Mit ihren Gehwegen, Kreuzungen, Fußgängern, Radfahrern, Pkw, Lkw und Bussen bildeten sie den Berliner Verkehrsalltag im Kleinen ab.

Ab 2019 dann völlig autonom

Um auf Nummer sicher zu gehen, werde im ersten Testjahr immer noch eine sogenannte Begleitperson an Bord sein. Sie könne notfalls eingreifen, wenn die hochsensible Technik mit einer Verkehrssituation nicht zurechtkommt. Ab 2019 verkehren die Busse dann völlig autonom.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) betonte, Sicherheit gehe in Deutschland vor. "Wir erproben autonomes Fahren langsam und in kleinen Schritten", sagte Schulze, deren Ministerium mit rund 3,2 Millionen Euro der Hauptförderer des insgesamt 4,1 Millionen Euro teuren Vorhabens ist. Ziel des zweijährigen Pilotprojektes sei, zu untersuchen, wie die fahrerlosen Busse bei den Fahrgästen ankommen und Technologie und Betrieb der Hightech-Fahrzeuge zu testen. Sollten die Busse gut angenommen werden, könnten sie anschließend auch im normalen Straßenverkehr eingesetzt werden.

"Angenehme Fahrt"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach von einem perfekten "Vorzeigebeispiel", Berlin zu einer der führenden "Smart Cities" zu machen. "Mit innovativer Technologie und unter wissenschaftlicher Begleitung gestalten wir gemeinsam ein zukunftsträchtiges Mobilitätsangebot für die Stadt", sagte Müller.

Die Minibusse verfügen über sechs beziehungsweise elf Sitzplätze und verkehren montags bis freitags zwischen 9 und 16 Uhr. Jede der Ringrunden dauert etwa 20 Minuten.

Nach der Jungfernfahrt des Linienverkehrs zeigte sich die Bundesumweltministerin am Montag begeistert. "Das war eine sehr angenehme Fahrt", sagte Schulze. Die Elektro-Busse seien viel leiser als herkömmliche Fahrzeuge und würden vor Hindernissen langsam und sanft abbremsen: "Ich hoffe deshalb sehr, dass die selbstfahrenden Busse von den Berlinern gut angenommen werden."

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.