Spahn bringt Verordnung zur Reform der Pflegeausbildung auf den Weg

epd-bild/Annette Zoepf

In der Berufsfachschule für Krankenpflege in Augsburg.

In der Berufsfachschule für Krankenpflege in Augsburg.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat einen ersten Schritt zur Reform der Pflegeausbildung eingeleitet. Er übersandte einen Entwurf der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung zur Abstimmung an die übrigen Ressorts sowie die Länder und betroffenen Verbände.
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Der Paritätische Wohlfahrtsverband begrüßte Spahns Initiative. "Um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, ist die Reform wichtig", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, am Freitag in Berlin.

Die neue Verordnung regelt die praktische Umsetzung der in der vergangenen Wahlperiode beschlossenen einheitlichen Ausbildung von Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflegern. Sie soll nach Angaben des Gesundheitsministeriums Ende des Jahres in Kraft treten. Dann haben die Länder ein Jahr Zeit, sie umzusetzen. Die neue Pflegeausbildung soll 2020 starten.

Anschubfinanzierung muss sichergestellt werden

Aus Sicht des Paritätischen wird es in der weiteren Diskussion vor allem darum gehen müssen, eine verlässliche Anschubfinanzierung sicherzustellen, damit die Pflegeschulen den neuen Ausbildungsanforderungen gerecht werden können. Der Verband geht von einem einmaligen Mehrbedarf in Höhe von 400 Millionen Euro aus. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Pflegeschulen nicht auf ihren Investitionskosten sitzen bleiben. Noch offene Fragen zur Umsetzung, etwa zur Kooperation zwischen Ausbildungsstätten für Altenhilfe und Krankenpflege, müssten zügig geklärt werden.

Die Grünen kritisierten, dass es viel zu lange gedauert habe, "bis sich die Bundesregierung auf die sich verändernden Herausforderungen für die Pflegeberufe eingestellt hat". Sie befürchten, dass mit der geplanten Zusammenlegung von drei Ausbildungsgängen künftig wichtige Teilaspekte der bisherigen Ausbildungen vernachlässigt werden.

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