Islamkonferenz-Mitgründer Kerber wird Staatssekretär

Minister Horst Seehofer (CSU) holt den früheren Abteilungsleiter und Islamkonferenz-Mitbegründer Markus Kerber zurück ins Bundesinnenministerium. Wie das Haus am Freitag in Berlin mitteilte, wird der 54-Jährige Staatssekretär für den neuen Themenbereich Heimat.
Deutschland spricht 2019

Kerber, zuletzt Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), war von 2006 bis 2009 Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im Bundesinnenministerium. 2006 rief der damalige Ressortchef Wolfgang Schäuble (CDU) die Islamkonferenz als Dialogforum zwischen Staat und Muslimen ins Leben, die Kerber konzipierte und leitete.

Zum Themenbereich Heimat soll künftig auch das Verhältnis zwischen Staat und Religionen gehören. Damit fällt auch die Deutsche Islamkonferenz, die Seehofer nach eigenen Worten weiterführen und gegebenenfalls auch ausbauen will, wieder in Kerbers Zuständigkeit. Vor seiner Zeit beim BDI war Kerber auch Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium.

Staatsverträge wie mit den Kirchen fehlen

Die Deutsche Islamkonferenz hat Konzepte entwickelt, wie der Islam in Deutschland institutionell verankert werden kann. Wegen der komplizierten Mitgliederstruktur der derzeit bestehenden Verbände gibt es keine Staatsverträge wie mit den Kirchen, in denen Rechte wie Religionsunterricht, Seelsorge in staatlichen Einrichtungen oder der Einzug von Kirchensteuern geregelt sind. Für den islamischen Religionsunterricht und Lehrstühle für islamische Theologie an deutschen Hochschulen wurden Hilfskonstrukte entwickelt.

Eine der offenen Fragen ist nach wie vor die Ausbildung von Imamen in Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in ihrer Regierungserklärung am Mittwoch darauf gedrungen, dass in dieser Wahlperiode Lösungen gefunden werden. "Dass wir uns Jahrzehnte darauf verlassen haben, dass für die Gastarbeiter Imame aus der Türkei kamen, reicht für das 21. Jahrhundert nicht mehr aus", sagte sie.

Neue Lesermeinung schreiben

Wir freuen uns über einen anregenden Meinungsaustausch. Wir begrüßen mutige Meinungen. Bitte stützen Sie sie mit Argumenten und belegen Sie sie nachvollziehbar. Vielen Dank! Damit der Austausch für alle ein Gewinn ist, haben wir Regeln:

  • keine werblichen Inhalte
  • keine Obszönitäten, Pornografie und Hasspropaganda
  • wir beleidigen oder diskriminieren niemanden
  • keine nicht nachprüfbaren Tatsachenbehauptungen
  • Links zu externen Webseiten müssen zu seriösen journalistischen Quellen führen oder im Zweifel mit einem vertretbaren Prüfaufwand für die Redaktion verbunden sein.

Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu bearbeiten, macht dies aber stets kenntlich. Wir zensieren nicht, wir moderieren.
Wir prüfen alle Beiträge vor Veröffentlichung. Es besteht kein Recht auf Publikation eines Kommentars.