Opferberatung: Weniger rechtsextreme Angriffe in Berlin

epd-bild/Rolf Zoellner

Kundgebung gegen Hass und Rassismus in Berlin

Kundgebung gegen Hass und Rassismus in Berlin

Die Zahl rechtsextremer Angriffe in Berlin ist 2017 zurückgegangen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 267 solcher Übergriffe registriert, wie die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ReachOut mitteilte.

Das sei ein erfreulicher Rückgang der Gewalttaten und massiven Bedrohungen um fast 30 Prozent im Vergleich zu 2016 mit 380 Vorfällen.

Bei den Angriffen wurden laut ReachOut mindestens 374 Menschen verletzt, gejagt und massiv bedroht (2016: 553). Darunter waren 22 Kinder.

Das häufigste Tatmotiv war laut der Beratungsstelle Rassismus (140 Taten). Die Zahl der homophoben Angriffe blieb mit 67 konstant hoch (2016: 70). 40 Attacken und Bedrohungen richteten sich gegen politische Gegner (2016: 32). Die antisemitisch motivierten Gewalttaten sanken von 31 auf 13.

Angriffe im Wohnumfeld

Bei den meisten dokumentierten Angriffen handelt es sich laut ReachOut um gefährliche Körperverletzungen (106), Körperverletzungen (102) und massive Bedrohungen (46). Die höchsten Angriffszahlen zählte die Beratungsstelle nach eigenen Angaben bislang in den Jahren 2015 und 2016 mit 320 und 380 Taten.

Der Berliner Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sprach am Dienstag von einer "weiterhin erschreckend" hohen Zahl von rechtsextremen Angriffen in der Hauptstadt. Gerade gegen politisch Aktive, die sich öffentlich gegen Rassismus und Rechtsextremismus einsetzen, gebe es vermehrt Angriffe. "Mich besorgt, dass viele Angriffe im direkten Wohnumfeld der Opfer stattfanden", sagte Behrendt.

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