Deutsche Rundfunksender setzen 20 Milliarden Euro um

epd-bild / Steffen Schellhorn

Mitteldeutscher Rundfunk in Halle

Mitteldeutscher Rundfunk in Halle

Die deutschen Radio- und Fernsehanbieter haben im vergangenen Jahr rund 20,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Öffentlich-Rechtlichen kamen auf 9,7 Milliarden und die Privatsender auf 10,7 Milliarden Euro, wie die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) mitteilte.

Während die privaten Angebote im landesweiten Hörfunk und bundesweiten Fernsehen profitabel arbeiten, waren im Lokalfernsehen die Kosten in der Summe höher als die Erträge, so die Studie "Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2016/2017", die im Auftrag von acht Landesmedienanstalten erstellt wurde.

Die privaten Fernsehanbieter erwirtschafteten 2016 demnach insgesamt knapp zehn Milliarden Euro. Davon entfielen 7,9 Milliarden Euro auf bundesweite Angebote im Free- und Pay-TV. Der private Hörfunk kam auf 700,5 Millionen Euro Umsatz.

Kostenpflichtiges Video-on-Demand

Die beiden wichtigsten Ertragssäulen für bundesweites privates Fernsehen bleiben der Studie zufolge die klassische Werbefinanzierung im Free-TV sowie Abonnementgebühren im Pay-TV, die für 86 Prozent aller Erträge sorgten. Zu den wachsenden Erlösquellen zählen Werbevermarktung im Netz und auf mobilen Endgeräten sowie kostenpflichtiges Video-on-Demand. 2016 generierten die bundesweiten TV-Anbieter mit ihren Online-Angeboten insgesamt Einnahmen von 348,5 Millionen Euro und damit beinahe dreimal so viel wie noch 2010. Insgesamt sorgten die Digitalgeschäfte jedoch für nur rund vier Prozent der Gesamterträge der bundesweiten TV-Sender.

Ähnlich sieht es bei den privaten Hörfunkanbietern aus: Sie erwirtschafteten mit Online-Audio-Angeboten 7,4 Millionen Euro. Das entspricht nur rund einem Prozent der Gesamterträge aller Hörfunkveranstalter. Mit Werbung erzielten die privaten Hörfunksender insgesamt 598,4 Millionen Euro und damit 85 Prozent ihrer Erträge.

56 Radio- und 22 Fernsehprogramme

Die privaten Hörfunkprogramme konnten Kostendeckungsgrade von 119 Prozent erzielen und waren damit wirtschaftlich erfolgreicher als die bundesweiten Fernsehangebote mit 115 Prozent Kostendeckung. Lokale Fernsehanbieter kamen hingegen auf einen Kostendeckungsgrad von lediglich 95 Prozent. Mehr als ein Fünftel ihrer Erträge stammte 2016 aus Fördermaßnahmen und Zuwendungen. Im vergangenen Jahr gab es den Angaben zufolge 116 lokale Fernsehanbieter und damit 13 weniger als noch 2014.

Die Studie zählte für 2016 insgesamt 642 Rundfunkprogramme in Deutschland. Davon wurden insgesamt 269 Hörfunk- und 295 TV -Programme von kommerziellen Anbietern produziert. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten boten 56 Radio- und 22 Fernsehprogramme an. Insgesamt arbeiteten für öffentlich-rechtliche und private Sender im vergangenen Jahr 46.886 fest angestellte Mitarbeiter. Das waren 267 weniger als 2015.

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