Bürger wünschen sich mehr Engagement der Kommunen für Nachhaltigkeit

epd-bild/Steffen Schellhorn

Eine Frau durchsucht einen Mülleimer in einer Plattenbau-Siedlung in Halle-Neustadt in Sachsen-Anhalt.

Eine Frau durchsucht einen Mülleimer in einer Plattenbau-Siedlung in Halle-Neustadt in Sachsen-Anhalt.

Die Kommunen setzen nach Einschätzung der Bundesbürger zu wenig auf Klimaschutz und Armutsbekämpfung. Die Mehrheit der Bürger würde sich laut einer aktuellen Studie auch selbst stärker für Nachhaltigkeit engagieren.

Mehr als jeder zweite Bundesbürger wünscht sich einer Umfrage zufolge, dass die Kommunen sich stärker beim Thema Nachhaltigkeit engagieren. Bei politischen Entscheidungen sollten demnach alle Auswirkungen auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft berücksichtigt werden, erklärte die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch in Gütersloh bei der Veröffentlichung einer neuen Umfrage. Als vorrangige kommunale Aufgaben nannten die Befragten den Klimaschutz (77 Prozent), die Bekämpfung der Armut (75 Prozent) und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum (73 Prozent).

Bereitschaft für persönlichen Einsatz

Vier von fünf Befragten (81 Prozent) stufen das Thema Nachhaltigkeit als persönlich wichtig ein. 67 Prozent signalisierten eine große Bereitschaft, sich für mehr Nachhaltigkeit einzusetzen. Besonders groß sei die Einsatzbereitschaft bei den Befragten mit mittleren und höheren Bildungsabschlüssen (70 Prozent). In bildungsferneren Schichten seien noch mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Menschen bereit, sich persönlich einzubringen.

Zwei Drittel der Bürger sind laut Umfrage der Meinung, dass neue Technologien die nachhaltige Entwicklung in ihrer Stadt oder Gemeinde beförderten. Besonders in den Bereichen Bildung (80 Prozent), Wirtschaft (77 Prozent), Arbeitsabläufe im Rathaus (67 Prozent) und Klimaschutz (66 Prozent) könnte die Digitalisierung nach Meinung der Befragten die Nachhaltigkeit verbessern. Zwei von drei sind der Meinung, dass neue Technologien auch die Beteiligung in kommunalen Angelegenheiten fördern könne.

Aufruf an Politik und Verwaltung

Politik und Verwaltung müssten den Themen Klimaschutz, Armutsbekämpfung und bezahlbarer Wohnraum mehr Aufmerksamkeit schenken, erklärte Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung. "Wir in Deutschland müssen lernen, die Bürger in der Problemlösung vor Ort bewusst mit einzubeziehen und sie aktiv in der Gestaltung der Lebensräume zu beteiligen."

Für die repräsentative Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Auftrag der Stiftung am 20. und 21. Oktober mehr als 1.000 Bundesbürger.

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