Studie: Europäische Fernsehsender setzen vor allem auf US-Filme

epd-bild/Hardy Brackmann/ZDF

Deutsche Produktionen wie der Luther-Film "Zwischen Himmel und Hölle" ( ZDF) sind in der Minderheit.

Deutsche Produktionen wie der Luther-Film "Zwischen Himmel und Hölle" ( ZDF) sind in der Minderheit.

Mehr als zwei Drittel aller Kinofilme, die im Europa im Fernsehen zu sehen sind, kommen aus den USA.

28 Prozent aller Kinofilme, die im europäischen Fernsehen gezeigt werden, wurden auch in Europa produziert. US-Filme machen dagegen 68 Prozent aus, wie aus einer am Dienstag in Straßburg veröffentlichten Studie der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle hervorgeht. Filme aus anderen Weltregionen kommen auf lediglich vier Prozent Marktanteil.

Mehr europäische Filme bei den Öffentlich-Rechtlichen

Die gezeigten europäischen Kinofilme stammen dabei jeweils zu gleichen Teilen (je 14 Prozent) aus dem eigenen Land und anderen europäischen Ländern. In der abendlichen Hauptsendezeit setzen die Sender offenbar verstärkt auf US-Produktionen: Sie kommen dann auf 74 Prozent Marktanteil, europäische Filme auf 23 Prozent.

Öffentlich-rechtliche Sender strahlen der Studie zufolge tendenziell mehr europäische Filme aus als private Kanäle. 44 Prozent der im öffentlich-rechtlichen Programm ausgestrahlten Filme kommen demnach aus Europa. Bei den Privatsendern sind es 24 Prozent. In der Primetime sind es 39 (Öffentlich-Rechtliche) beziehungsweise 19 Prozent (Private). Eine starke Exportquote haben der Studie zufolge Deutschland, Dänemark, Belgien, Irland, Frankreich und Großbritannien

Insgesamt zeigten die untersuchten Sender in der Saison 2015/2016 39.082 Filme. Die zwölf am häufigsten ausgestrahlten Kinofilme waren demnach allesamt US-Produktionen, darunter "Planet der Affen: Prevolution", "Kevin - Allein zu Haus" und "The Dark Knight Rises". Für die Studie hat die Audiovisuelle Informationsstelle das Filmprogramm von 131 Fernsehsendern in 18 verschiedenen EU-Ländern untersucht, darunter Das Erste und ZDF sowie ProSieben, Kabel Eins, RTL II, Sat.1 und Vox. Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle ist Teil des Europarates in Straßburg.

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