Apotheker wegen zu niedrig dosierter Krebsmedikamente vor Gericht

epd-bild/Heike Lyding

Justitia auf dem Römerberg in Frankfurt am Main

Justitia auf dem Römerberg in Frankfurt am Main

Im Landgericht Essen beginnt am kommenden Montag der Strafprozess gegen einen ehemaligen Apotheker aus Bottrop, der seinen Patienten jahrelang minderwertige oder unwirksame Krebsmedikamente verkauft haben soll.

Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz, versuchte Körperverletzung und Betrug, wie das Gericht mitteilte. Für den Prozess sind 17 Nebenkläger zugelassen, die selbst oder deren Angehörige Arzneimittel aus der Apotheke des Angeklagten bezogen haben sollen.

Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beziehen sich auf den Zeitraum von Januar 2012 bis November 2016. In fast 62.000 Fällen sollen die von dem Angeklagten hergestellten Präparate deutlich weniger Wirkstoffe enthalten haben als verordnet.

Weniger Wirkstoff verkauft

Dabei soll der Mann insgesamt 35 verschiedene Medikamente für die Chemotherapie oder andere Krebstherapien systematisch mit erheblich weniger Wirkstoffen zubereitet haben. In 27 Fällen geht die Anklage deshalb von versuchter Körperverletzung aus. Zudem soll der Apotheker sich gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen des Abrechnungsbetruges schuldig gemacht und dabei einen Gesamtschaden von etwa 56 Millionen Euro verursacht haben.

Der Mann war Ende November 2016 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind derzeit 14 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am 15. Januar fallen.

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