Statistik: Jugendarbeitslosigkeit bleibt Problem in Europa

epd-bild/Norbert Neetz

Schild eines Jobcenters in Frankfurt am Main

Schild eines Jobcenters in Frankfurt am Main

Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt laut Statistik ein Problem in Europa. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin mitteilte, lag die Erwerbslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen im vergangenen Jahr im EU-Durchschnitt bei 19 Prozent.

Sie sei damit zwar unter die 20-Prozent-Marke gefallen, aber weiterhin hoch, sagte der Vizepräsident des Bundesamts, Georg Thiel. In Deutschland war die Jugenderwerbslosenquote mit sieben Prozent am geringsten. Am höchsten war sie in Griechenland. Dort hatte fast die Hälfte (47 Prozent) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen keine Arbeit.

Auch in Spanien (44 Prozent) und in Italien (38 Prozent) fehlten jungen Menschen oft Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt. Gezählt wurden für die Statistik die 15- bis 24-Jährigen, die keine Arbeit haben, aber aktiv danach suchen.

Die allgemeine Erwerbslosenquote lag im EU-Durchschnitt bei 8,7 Prozent. Am niedrigsten war sie in Tschechien (4 Prozent), gefolgt von Deutschland (4,2 Prozent). In den südlichen Staaten Europas ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor ein viel größeres Problem. In Griechenland lag die Erwerbslosenquote 2016 bei 23,7 Prozent und in Spanien bei 19,7 Prozent.

Einkommen, Gesundheit und Konsum

Das Statistische Bundesamt legte am Freitag anlässlich des Europäischen Statistiktages sein aktuelles Jahrbuch vor. Es sammelt Daten zur Lebenssituation der Deutschen, unter anderem zu Einkommen, Gesundheit und Konsum.

Rund jeder Sechste in Deutschland ist demnach durch die Kosten fürs Wohnen extrem belastet. 2016 lebten 16 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen ausgaben. Bei dieser Quote spricht die Statistik von einer Überbelastung. In Deutschland blieb diese Quote demnach in den vergangenen Jahren konstant, im Vergleich zu 2014 (17 Prozent) ist sie sogar leicht gesunken.

Die im Jahrbuch veröffentlichte detaillierte Statistik von 2014 zeigt, dass von der Überbelastung vor allem Einpersonen-Haushalte betroffen sind (24,5 Prozent), insbesondere, wenn Frauen allein leben (27,1 Prozent). Auch sind Haushalte, in denen Menschen mit Migrationshintergrund leben, stärker von hohen Wohnkosten betroffen.

Konstanter Wert

Deutschland ist laut Statistik europaweit das Mieterland Nummer eins. 48 Prozent der Deutschen leben zur Miete, im EU-Durchschnitt sind es 31 Prozent, in Rumänien nur vier Prozent. Rund ein Viertel (24 Prozent) der Konsumausgaben entfällt bei den Deutschen auf Wohnkosten. Auch dieser Wert blieb nach Angaben der Statistiker in den vergangenen Jahren konstant.

Im EU-Vergleich geben die Deutschen für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke vergleichsweise wenig aus. 10,5 Prozent der Ausgaben entfielen 2015 darauf. In Frankreich und Italien sind es mit gut 13 und gut 14 Prozent mehr. Insbesondere in Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen fällt der Anteil sehr hoch aus, beispielsweise in Rumänien (30 Prozent), Litauen (23 Prozent) und Estland (21 Prozent).

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