Diakonie: Familiennachzug wichtig für Integration

Diakonie-Präsident Lilie

epd-bild/Heike Lyding

Der evangelische Wohlfahrtsverband stellt sich gegen die CSU, die im Familiennachzug für Geflüchtete ein "falsches Signal in die Welt" sieht.

Zum Abschluss der zweitägigen Konferenz Diakonie und Entwicklung in Nürnberg haben die Vertreter von Diakonie und "Brot für die Welt" ihre Forderung erneuert, den Familiennachzug von Flüchtlingen mit subsidiärem Schutz wieder zu ermöglichen. Die neue Bundesregierung solle Familienmitgliedern aus Bürgerkriegsgebieten die Einreise wieder erlauben, sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie am Donnerstag. Besonders für junge männlichen Flüchtlinge sei hierzulande eine bessere Integration möglich, wenn ihre Familien nachkommen dürften.

Dagegen hatte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den Nachzug von Familienangehörigen von Flüchtlingen erneut abgelehnt und als "falsches Signal in die Welt" bezeichnet.

Diakonie-Präsident Lilie appellierte an die künftige Bundesregierung, die Arbeit der Ministerien für die Ziele der Entwicklungshilfeagenda 2030 besser zu verzahnen. Entwicklungspolitik gehe nicht nur das Entwicklungshilfe- und das Umweltressorts an, sondern auch das Landwirtschafts- und das Wirtschaftministerien, hieß es.

Armutsbekämpfung statt Bankenrettung

Deutschland müsse sich als reiches und starkes Land für den stärkeren Kampf gegen Armut in Europa einsetzen, betonte Lilie. Fast ein Viertel der EU-Bevölkerung sei von Armut bedroht und suche in den reicheren Ländern ein besseres Leben. "Wenn wir nur die Hälfte der Summen hätten, die wir für die Bankenrettung ausgegeben haben, wären wir weiter", sagte Lilie.

Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel betonte die Notwendigkeit eines europäisch abgestimmten Einwanderungsgesetzes. Eine solche Rechtsgrundlage könne verhindern, dass sich Armutsflüchtlinge auf einen lebensgefährlichen Weg machten oder sich an Schlepper verkauften. Zudem wären dann Einwanderungskonditionen verlässlich und transparent. Beispielsweise könne man auf diesem Wege den "Menschenhandel" mit nigerianischen Frauen eindämmen, die von Schleppern nach Deutschland gebracht und hier als Prostituierte ausgenutzt würden.

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