Kirchen kooperieren beim Religionsunterricht

epd-bild/Meike Böschemeyer

Religionsunterricht an einer Berufsschule

Religionsunterricht an einer Berufsschule

Evangelische und katholische Schüler in Berlin und Brandenburg sollen künftig mehr gemeinsamen Religionsunterricht erhalten.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, und der katholische Erzbischof Heiner Koch haben am Freitag eine Kooperationsvereinbarung für einen gemeinsamen Religionsunterricht unterzeichnet. Damit solle die religiöse Bildung in der Schule gestärkt werden.

Schwerpunkt in Grundschulen

Die neue Zusammenarbeit gilt bundesweit als erste dieser Art. Zwar seien ähnliche Kooperationen beim Religionsunterricht auch in einigen anderen Bundesländern möglich, hieß es. Einen vergleichbaren Vertrag zwischen einer Landeskirche und einem Bistum gebe es in Deutschland bislang allerdings nicht.

Der Schwerpunkt des neuen konfessionell-kooperativen Religionsunterrichts werde zunächst in Berliner Grundschulen liegen. In einem ersten Schritt werde geprüft, an welchen Schulen es Bedarf für das gemeinsame Bildungsangebot gebe. Danach könne der konfessionell-kooperative Religionsunterricht noch in diesem Schuljahr starten. Für das Lehrangebot wurde von beiden Kirchen ein gemeinsames Schulcurriculum für die Klassenstufen 1 bis 6 erarbeitet. Auch in Brandenburg werde der Bedarf des neuen Bildungsangebots geprüft, hieß es.

Im Fach Religion fehlen Lehrer

Hintergrund der Kooperation ist der wachsende Lehrermangel im Fach Religionsunterricht sowie die offenbar sinkende Zahl der Schüler, die an dem Unterricht teilnehmen wollen. Mit dem konfessionell-kooperativen Religionsunterricht solle die nötige Mindestschülerzahl oder Lerngruppengröße aufrecht erhalten werden, hieß es. In Berlin bieten demnach rund 80 Prozent der Schulen in öffentlicher Trägerschaft das Wahlfach Religionsunterricht an. Dieses Niveau solle mit der neuen Bildungskooperation auch künftig gesichert werden.

Die beiden Kirchen verwiesen darauf, dass Religionsunterricht für alle Schüler ein offenes Bildungsangebot ist, unabhängig von Konfession oder Religionszugehörigkeit. Er nehme die grundlegenden Lebensfragen der Schüler auf, biete Orientierung im christlichen Glauben und informiere über andere Konfessionen und Religionen.

Im vergangenen Schuljahr nahmen am evangelischen Religionsunterricht in Berlin 80.000 und in Brandenburg 38.000 Schülerinnen und Schüler teil. Am katholischen Religionsunterricht beteiligten sich in Berlin 24.000 und in Brandenburg 4.500 Schülerinnen und Schüler.

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