EKD-Sportbeauftragter: Rekordablöse für Neymar überschreitet Grenze

epd-bild/Norbert Neetz

Volker Jung

Volker Jung

Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Volker Jung, hat den Rekordwechsel des brasilianischen Fußballers Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain scharf kritisiert.

"Der Vorgang stößt zu Recht fast überall auf großes Unverständnis. Das sind Dimensionen, die für viele unvorstellbar sind", sagte Jung am Freitag in Darmstadt dem Evangelischen Pressedienst (epd). Hier gebe es "ein gutes Gespür dafür" dass eine ethisch-moralische Grenze überschritten sei, sagte der hessen-nassauische Kirchenpräsident. Er glaube aber nicht, dass mit der Ablösesumme von 222 Millionen Euro das Ende der Fahnenstange erreicht sei.

"Öl-Millionen"

Problematisch sei auch, dass das Geld von "Qatar Sports Investments" komme, dem Scheich Nasser Al-Khelaifi vorstehe. "Er ist als Investor oder Sponsor auch Präsident von Paris Saint-Germain. Es sind also Öl-Millionen. Auf diese Weise fließt Geld zurück, das für Öl bezahlt wird", sagte Jung. "Viele fragen schon längst, ob ein fairer Wettbewerb, von dem der Sport lebt, noch gewährleistet ist, wenn von außen irrsinnige Geldbeträge in den Transfermarkt geworfen werden, um Erfolge zu kaufen."

Es sei schwierig, solche Transfers zu unterbinden, sagte Jung. Denn die Regeln, die hier Grenzen einziehen sollen, bestünden ja schon. "Sie werden im Fall Neymar aber bewusst und offensichtlich umgangen. Ich wundere mich, dass dies angeblich so einfach möglich sein soll. Hier sind die Sportverbände gefragt, vielleicht auch Justiz und Politik", sagte der Kirchenpräsident.

"Geld nicht zu Gott machen"

Nach den Worten Jungs lebt der Spitzenfußball hauptsächlich von der Leidenschaft der Fans. "Auf sie wird es künftig ankommen. Wenn sie sich abwenden, weil sie die Seele ihres Sportes verkauft sehen, dann fällt alles in sich zusammen." Sport sei ein "wichtiger und guter Teil unseres Lebens", und er lebe von Fairness und ehrlichem Wettbewerb. Deswegen gehe das Thema auch die Kirchen an. Sie könnten zum Beispiel kritische Fragen stellen und auch darüber reden, wie gefährlich es sei, "das Geld zum Gott des Lebens und des Sports zu machen".

Am Donnerstagabend war der spektakuläre Wechsel Neymars in die französische Hauptstadt offiziell bestätigt worden. Inklusive Gehalt und Prämien soll der Brasilianer in den kommenden fünf Jahren beinahe eine halbe Milliarde Euro einstreichen.

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