Evangelischer Friedensbeauftragter fordert Ächtung von Atomwaffen

epd-bild / Lothar Stein

Protest am Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel gegen dort vermutete Atomwaffen

Protest am Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel gegen dort vermutete Atomwaffen

Der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bundesregierung aufgefordert, dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Er kritisierte auch eine geplante Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa.

Die Bundesregierung habe sich zwar nicht an den entsprechenden Verhandlungen bei den Vereinten Nationen beteiligt, erklärte Brahms am Freitag in Bonn. Deutschland würde mit einem Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag dennoch ein wichtiges Zeichen für eine dringend nötige Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen setzen, sagte Brahms anlässlich des Gedenkens an die Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki vor 72 Jahren.

"Völkerrechtliche Lücke"

Atomwaffen seien die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht völkerrechtlich verboten seien, sagte der EKD-Friedensbeauftragte. Der Verbotsvertrag sei ein wichtiger Schritt, um diese völkerrechtliche Lücke endlich zu schließen, erklärte Brahms, der auch der Leitende Theologe der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Das Ziel sei eine atomwaffenfreie Welt.

Brahms kritisierte eine geplante Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa. Die Gefahr eines neuen atomaren Wettrüstens sei groß. "Russland wird eine Modernisierung der amerikanischen Atomwaffen nicht einfach hinnehmen", warnte der EKD-Friedensbeauftragte. Anstelle einer Modernisierung müssten die letzten Atomwaffen in Deutschland, die auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel in der Eifel vermutet werden, endlich abgezogen werden.

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