Weniger Eheleute lassen sich scheiden

epd-bild/Andrea Enderlein

Homosexuelles Paar

Homosexuelles Paar

Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen setzen sich fort. Doch bei Homosexuellen, die seit 2001 eine Partnerschaft vor dem Staat bezeugen können, steigt die Zahl der Trennungen.

Die Zahl der Ehescheidungen in Deutschland sinkt. Im Jahr 2016 wurden 162.397 Ehen geschieden, das waren knapp 1.000 oder 0,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Trends zur längeren durchschnittlichen Ehedauer wie auch zum höheren Durchschnittsalter der Geschiedenen hätten sich 2016 fortgesetzt.

1.238 homosexuelle Paare trennten sich

Dagegen ist die Zahl der seit 2001 möglichen eingetragenen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, die durch richterlichen Beschluss aufgehoben wurden, im vergangenen Jahr gestiegen. 2016 haben sich nach Angaben der Statistikbehörde auf diese Weise 1.238 homosexuelle Paare getrennt. Das waren neun Prozent mehr als 2015. Insgesamt waren Lebenspartnerschaften von Frauen mit 698 Fällen häufiger betroffen als von Männern (540).

Die Ehen halten derzeit im Durchschnitt 15 Jahre bis zur Scheidung. 1991 waren Ehen noch nach durchschnittlich elf Jahren und neun Monaten geschieden worden. Durchschnittlich waren die Männer 2016 bei ihrer Scheidung 46 Jahre und 7 Monate alt, die Frauen 3 Jahre jünger (43 Jahre und 7 Monate). Das Durchschnittsalter der Geschiedenen hatte 1991 noch um mehr als sieben Jahre niedriger gelegen. Allerdings hätten die Menschen damals auch noch jünger geheiratet, hieß es zur Begründung.

Kinder unter 18

Von den Scheidungen im vergangenen Jahr waren knapp 132.000 Kinder unter 18 Jahren betroffen. Die Ehefrauen stellten 51,3 Prozent der Scheidungsanträge, die Ehemänner 40,9 Prozent, und die übrigen wurden von beiden gemeinsam gestellt.