documenta braucht mehr verbotene Bücher

epd-bild/Andreas Fischer

"Parthenon der Bücher" bei der documenta in Kassel

"Parthenon der Bücher" bei der documenta in Kassel

Die Weltkunstausstellung documenta 14 sammelt während ihrer Laufzeit (bis 17. September) weiterhin Bücher für das Kunstwerk "Parthenon der Bücher" von Marta Minujin.

Alle Besucher seien aufgerufen, ein aktuell oder in früheren Zeiten verbotenes Buch mitzubringen und in Behältnissen vor dem Parthenon auf den Friedrichsplatz zu legen, sagte Henriette Gallus, Leiterin der Kommunikation der documenta, am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Für die Fertigstellung des Parthenons, eine aus einem Stahlgerüst bestehende Nachbildung der Parthenon-Tempels in Athen in Originalgröße, würden insgesamt 62.000 Bücher benötigt. Derzeit hängen an dem Kunstwerk rund 45.000 Bücher.

"Qualität der Bücherspenden lässt nach"

Ursprünglich sei geplant gewesen, das Kunstwerk mit 100.000 Büchern zu versehen, sagte Gallus. Als abzusehen war, dass man maximal 50.000 Bücher bis zum Start der documenta zusammenbekommen würde, habe man die geplante Hängung so verändert, dass das Bauwerk auch mit weniger Büchern bestückt werden kann. "Die Leute spenden weiterhin fleißig", sagte Gallus. Allerdings habe die Qualität der Spenden nachgelassen, so habe man in den Bücherspenden auch schon Kochbücher oder gar Ausgaben des Playboys entdeckt.

In der letzten Ausstellungswoche würden alle Bücher wieder abgehängt und an Besucher verteilt werden, kündigte Gallus an. "Wir werden dann wieder ein nacktes Parthenon am letzten Ausstellungstag haben", sagte sie.