Mütter arbeiten trotz Ausbaus der Ganztagsschulen nicht länger

Mutter mit Kindern

epd-bild/Maike Gloeckner

"Wer seine Kinder nachmittags in der Schule versorgt weiß, sucht sich nicht deswegen einen Job oder stockt seine Stunden auf", sagte Mitautorin Marie Paul von der Universität Duisburg-Essen.

Durch den Ausbau der Ganztagsgrundschulen in Deutschland arbeiten die Mütter von Schulkindern laut einer wissenschaftlichen Studie nicht automatisch länger. Arbeitende Mütter seien "nicht zwingend" auf eine Ganztagsschule angewiesen, heißt es in der am Freitag veröffentlichten Untersuchung von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen und des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen.

Die Frauen hätten bei der Betreuung der Kinder Alternativen und könnten diese "auch so irgendwie organisiert bekommen", sagte Marie Paul.

Andere Situation bei Kita-Plätzen

Für die Untersuchung hatten die Wissenschaftler Daten des Sozioökonomischen Panels und des Mikrozensus ausgewertet. Ihren Angaben zufolge ist die Zahl der Arbeitsstunden für berufstätige Mütter zwar gestiegen: Mittlerweile würde in Westdeutschland durchschnittlich fast jeder dritte Grundschüler bis in den Nachmittag betreut. Dies sei allerdings keine Folge des Ausbaus der Ganztagsschulen, den die Bundesregierung 2003 initiiert hatte.

Anders sehe es dagegen beim Ausbau von Kita-Plätzen aus, erklärten die Autoren. Der Ausbau in den Kindertagesstätten habe tatsächlich mehr Mütter nach der Babypause in den Job zurückgebracht.