Evangelische Kirche, Borsdorf, Sonntag, 11 Uhr

Bewertung

Liturgie: 
3
Predigt: 
3
Musik: 
3
Atmosphäre: 
4

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schade, dass Pfarrerin Elisabeth Veronika Förster-Blume den ökumenischen Gottesdienst in Borsdorf allein halten muss. Allein soll sie die Bibel­woche abschließen, die doch von den katholischen und den evangelischen Gemeinden der Region gemeinsam veranstaltet wurde. Die Amtsbrüder sind alle unterwegs, sagt die Pfarrerin in ihrer Begrüßung. Gründe nennt sie nicht. Ob sie der Gemeinde bereits bekannt sind?

Kantor Wolfgang Roemer stimmt am Elektro-Klavier schwungvoll in den Gottesdienst ein. Pfarrerin Förster-Blume verbindet ihre Eröffnung mit dem Ruf zur Buße und greift somit geschickt die katholische Tradition auf. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes steht das Thema der Bibel­woche: die Psalmen. Ihre Einleitung gestaltet die Pfarrerin allerdings sehr lang. Das irritiert. Die Sprache klingt eine Spur zu hart, so dass es dem Kirchgänger schwerfällt, sich in die gut vorbereiteten Texte einzufühlen. Für Auflockerung sorgt der Chor, der „Locus iste“ singt.

Wie das Alphabet beim Loben helfen kann

„Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich!“, liest die Pfarrerin: Psalm 145 liegt der Predigt zugrunde. Das Thema Lob veranschaulicht Förster-Blume mit einem aktuellen Ereignis. Die Stadt Leipzig hat den Grafiker Matthias Klemm mit der Ehrenmedaille geehrt. Der Künstler hatte sich zu DDR-Zeiten mit christlichen und kritischen Werken einen Namen gemacht und auch eines der Fenster in der Kapelle im Nachbar­­ort Zweenfurth gestaltet. Eine Ehrenmedaille bedeutet Anerkennung, sagt die Pfarrerin. In der täglichen Beziehung zu Gott überwiegen die Bitten. Und das Lob? „Loben bedeutet Gott mit einer Ehrenmedaille auszuzeichnen“, sagt Förster-Blume.

Das geschieht dreifach: persönlich, in der Gemeinschaft und als konkrete Reaktion auf Lebenserfahrungen, so wie es der Psalmbeter formulierte. Zur Hilfe nahmen die Israeliten ihr Alphabet. Die Verse beginnen jeweils mit einem Buchstaben des Alphabets. Im hebräischen Text ist das erkennbar. Auch den Menschen heute kann das Abc helfen: Sie können jedem Buchstaben einen Dank, ein Lob zuordnen und damit Gott mit einer Ehrenmedaille auszeichnen.

Die Gemeinde singt „Lobe den Herren“. Nur ein Beispiel für die gelungene Liedauswahl in dem Gottesdienst. Musik, die Katholiken wie Evangelischen gleichermaßen vertraut ist. Bei den Fürbitten wird gemeinsam ein Gebet der Bibelwoche gesprochen. Noch einmal singt der Chor. Nach dem Segen schließt der Kantor mit einem kurzen Klavierstück den Gottesdienst ab.

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