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"Wer hier jeweils was wollte, ist der entscheidende Punkt, nicht, dass es sich um Mehrheitsentscheidungen handelte." Der Nazi-Vergleich ist ahistorisch und unhaltbar und wenn er auch von linker Seite noch so oft bemüht wird. Mutmaßlich wollten die Mandatsträger die Wiederwahl Bodo Ramelows zum Ministerpräsidenten verhindern. Ihre Sache. Freie Entscheidung. Mehrheitsbeschluss. Demokratisch. Was ist für Sie daran bitte so schwer zu verstehen?

"Kein Mensch hat die Wahl des Hernn Kemmerich zum Ministerpräsidenten nicht anerkannt. Wie kommen Sie denn darauf?" Ernsthaft? Von den Protesten gegen und gewaltsamen Übergriffen auf beteiligte Politiker im Nachgang der Wahl mal ganz abgesehen... "Es handele sich um einen "unverzeihlichen Vorgang", der "mit Grundüberzeugungen gebrochen habe - für die CDU und für mich", sagte Merkel bei einem Staatsbesuch in Südafrika. Die Wahl müsse rückgängig gemacht werden, forderte die CDU-Politikerin. Ihre Partei dürfe sich so nicht an der Thüringer Regierung beteiligen." (https://www.tagesschau.de/inland/thueringen-kemmerich-merkel-101.html) Und mit dieser Forderung stand sie nicht allein auf dem politischen Feld.

"Wie bitte? Die Forderung nach Wahlen..." Zitieren Sie bitte richtig. Ich schrieb von Neuwahlen. Eben weil einigen das Resultat nicht passte. Siehe oben. Herr Kemmerich nahm seine demokratische Wahl zum Ministerpräsidenten an. Den Rücktritt erklärte er nach Ausübung enormen Drucks derjenigen, die scheinbar mit der libarlen Demokratie nich ganz klar kommen und das Resultat nicht anerkennen wollten.

Welch treffliche Gründe Ihnen auch immer nach Ihrer Auffassung von Demokratie für eine Verweigerung der Zusammenarbeit genannter Parteien einfallen mögen, fest steht: Wer fordert, eine demokratisch legitimierte Partei, egal wie er zu deren Ansichten stehen mag, in ihre Schranken zu weisen, ist ein Anti-Demokrat! Was er fordert, spiegelt das Wesen totalitärer Regime, nicht aber das einer liberalen Demokratie wider.