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Bemerkenswert ist, wie ähnlich die Argumente der Gegner der Freifahrtscheine den Begründungen der Befürworter sind. Die Freifahrtscheine gibt es nicht für Soldaten schlechthin, sondern für Uniformträger. Es soll also als das Normalste der Welt gelten, dass es das Militär gibt. Deswegen sollen die Soldaten auch noch in ihrer Freizeit in Uniform herumreisen. Und dieser angeblichen Normalität des Militärs stimmen die Kritiker der Regelung genau zu, indem sie Freifahrtscheine für sonstige Personengruppen fordern.

Der Kommentarschreiber Herr Karl Rathgeber drückt das erfreulich unverblümt aus: "dass natürlich Soldat:innen eine Leistung für die Gesellschaft erbringen." Vielleicht sollte mal wieder daran erinnert werden, dass eine größere Art dieser Leistungserbringung vor 75 Jahren mit eindrücklichen Ergebnissen endete. Das gilt nicht nur für die Leistungserbringer, die die Leistung eröffneten durch eine freie Fahrt nach Polen im September 1939. Es gilt auch für die siegreiche Leistungserbringung, die die Befreiung vom Faschismus in der Weise brachte, dass heute die AfD ziemlich im Saft steht.

Traugott Schweiger