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Sehr geehrter Herr Bedford-Strohm,
vielen Dank für den bereichernden und glaubensstärkenden s.g. Artikel!
Als ich die von Ihnen anfangs gestellte Frage: "Warum entscheidet sich jemand, Christ zu sein?", gelesen hatte, habe ich mir erst einmal diese Frage selbst gestellt und bin zu folgender Antwort gelangt:
1. Meine christliche Erziehung hat mich dazu gebracht, d.h. die Prägung durch das Elternhaus.
2. Das christliche Umfeld meines Zuhauses, der Lehrer, Mitschüler, Freunde etc.
3. In der Bibel erfahren wir alles über Jesus Christus.
Ob sie wirklich das Wort Gottes ist, welchen Gottes und wieviel Wahrheitsgehalt überhaupt in ihr steckt, fand ich durch ein genaues und intensives Bibelstudium mit Vergleichen geschichtlicher Aufzeichnungen und wissenschaftlicher Hintergründe heraus.
4. Jesus selbst war Jude. Juden stehen unter dem alten Gesetz, dem alten Bund, dem "Alten Testament". Dieses enthält so viele einzelne Gebote, die vollkommen einzuhalten einem unvollkommenen Menschen, wie ich es bin, nicht perfekt möglich ist. Doch Jesus war vollkommen und konnte diesen Bund als einziger Mensch vollkommen erfüllen. Mit seinem Tod hat er diese Aufgabe also vollkommen erledigt und damit den "Alten Bund" vollkommen erfüllt (Matthäusevangelium 5 Vers 17). Damit sind wir als seine Nachfolger nicht mehr diesem "Alten Bund" unterstellt, sondern unter seinem "Neuen Bund", der weit über jenen "Alten" hinausgeht: In der Bergpredigt (Matthäus 5-7) zählt Jesus etliche dieser Gebote aus dem "Alten Testament" auf:"Ihr habt gehört ...", und ergänzt oder verbessert sie: "Ich aber sage euch ...". Das alles faßt er später unter dem dreiteiligen christlichen Gebot: Du sollst a) Jehova, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen, deiner ganzen Seele und deinem ganzen Denken lieben und b) deinen Mitmenschen wie c) dich selbst (Matthäus 22 Verse 34 - 40). Würde jeder Mensch redlich und ehrlich versuchen, sich daran zu halten, wäre die Welt wohl um Etliches friedlicher und fast schon paradiesisch.
Das ist ja das, was unser liebevoller Schöpfer für uns vorgesehen hatte. Bisher haben die Menschen das aber nicht wirklich als "Politik" ( = Theokratie) ausprobiert. Nein, wie Adam und Eva meinen sie, selbst erkennen zu können, was gut und was böse ist. Daher diese mistigen Zustände auf Erden.
5. Da Jesus das "Alte Testament" perfekt bis in seinen Tod hinein erfüllt hatte, war es hinfällig. Mein Vater gebrauchte gern den Vergleich mit bezahlten Rechnungen, die man in früheren Kontoren aufspießte. Deswegen stehen seine Nachfolger unter dem "Neuen Bund", den er zwischen Gott und seinen Nachfolgern schloß mit ihm als Mittler, weswegen wir auch unsere Gebete durch ihn an seinen Vater, Jehova Gott, richten.
6. Um die ursprünglich für uns vorgesehenen Zustände wiederherzustellen, lehrte er uns beten:" ... Dein Reich komme, (damit) Dein Wille geschehe (er geschieht ja offensichtlich heute nicht), wie im Himmel so auch auf Erden ...". Als Christen haben wir also die Zuversicht, daß durch das Eingreifen des nun im Himmel herrschenden Jesus im Auftrage seines Vaters Jehova, die ursprüngliche Bestimmung für Erde und die darauf befindlichen Lebewesen, einschließlich Menschen, wiederhergestellt wird.
7. Der Glaube (gem. Hebräer 11 Vers 1: die juristisch gesicherte Erwartung), daß diese Rettung durch unseren Heiland Jesus bald Wirklichkeit wird (Matthäus 24), stärkt mich enorm, in diesen finsteren Zeiten nicht zu verzagen. Durch diesen Glauben haben viele Menschen auch die schwersten Prüfungen überstehen können, angefangen mit Hiob, bis hin zum "Holocaust". Deswegen ist es auch so wichtig,daß wir Christen uns ständig gegenseitig im Glauben stärken. Insbesondere, da wir uns hier noch in relativ friedlichen Zeiten befinden.
Durch Ihren Artikel haben Sie mir andere einleuchtende Argumente geliefert, die mir sehr geholfen haben, z.B.:
- "Der stille Genießer sagt zum Beispiel: ...Was kann ich als Einzelner schon ändern? Also freue ich mich ganz einfach an meinem Leben ..." Das erinnert mich an Matthäus 24 Verse 38ff: " Wie es in den Tagen Noahs war: Die Menschen genossen ihr Leben, denn wer weiß, was morgen sein wird ...".
- "Der Humanist sagt: ...Alle Menschen sollen in Würde leben können, wofür man seine Kraft einsetzt und an das Gute im Menschen glaubt." Das ist ja der christliche Grundgedanke. Aber das alles reicht eben nicht aus!
- "Wer sich auf den Glauben an die Auferstehung Jesu Christi einläßt, hofft, daß die Gewalt nicht das letzte Wort hat. Daß das Leben und die Liebe (!) siegt.
Nochmals vielen Dank für Ihren großartigen Artikel und Gottes Segen für Ihr weiteres Werk!
In christlicher Verbundenheit