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Zitat: "Die Moderne predigt den Fortschritt. Doch er treibt uns in die Erschöpfung und zerstört die Umwelt. Höchste Zeit für ein neues Narrativ".

Da ist nachzuhaken. Fortschritt war schon immer. Er ist keine Frage und Folge der Moderne. Was das Narrativ "Moderne" auch immer sein mag, der Fortschritt ist der bisher „erfolgreiche“ Teil der Evolution unserer Zivilisation. Bisher ist aber nicht immer. Die Entwicklung hat vermutlich einen naturgesetzlichen Charakter. Leben beutet nicht nur die Vernichtung unserer Lebenszeit, sondern auch den Verbrauch von Ressourcen. Davon sind am wenigsten die natürlich nachwachsenden Rohstoffe betroffen. Reicht aber deren Vervielfältigung, deren Produktion nicht mehr ökologisch sinnvoll zur Versorgung der durch die Folgen der Zivilisation erhöhten Zahl der Bedarfsempfänger aus, geht das zwangsläufig an die Substanz. Das Narrativ der unverbesserlichen Ökonomen besteht in dem Glauben dran, dass es durch noch nicht denkbare Erfolge von Naturwissenschaften und Technik möglich sein wird, ein stetes Wirtschaftswachstum als Garantie für ein weltweites Konsumparadies zu generieren. Diese imaginäre Aussicht beflügelt auch die Parteien zu ihren Wahlversprechen und die Wähler zu der irrigen Annahme, dass alles durch die richtige Wahl der Ideologien und Parteien möglich ist. Die Endlichkeit aller Ressourcen wird dabei geflissentlich ausgeblendet. Es könnte stören. Dass aber, um Schlimmeres zu vermeiden, auch der Rückschritt ein Fortschritt sein könnte, fällt allen nicht ein. Ob dieses Narrativ, wenn es denn eine allgemeine Anerkennung finden sollte, dann auch demokratiefähig ist, darf bezweifelt werden.