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Lieber Herr Brummer,

danke für Ihre Antwort.
Hintergrundgespräche: ja, das leuchtet mir ein.
Was mich an Ihrem Artikel in erster Linie irritiert hat, ist das Setting der Vertraulichkeit. Widerspricht es nicht dem hohen Gut und auch dem Ethos eines unabhängigen Journalismus, eine solche zuzusichern?
Vielleicht lese ich das Ganze aber auch auf dem Hintergrund meines ehemaligen Berufs als Pfarrerin. Dort gibt es die Schweigepflicht, die zu ethischen Fragestellungen und erheblichen inneren Konflikten führen kann, im Extremfall natürlich, wenn in der vertraulichen Situation Straftaten zur Sprache kommen.
Mag sein, dass ein Journalist sich an die Zusage der Vertraulichkeit weniger gebunden fühlt und im Zweifelsfall/ethischen Konfliktfall das Interesse der Öffentlichkeit höher bewertet als das Versprechen, dass etwas „unter uns“ bleibt.
Dennoch finde ich die Frage spannend, wie Journalist*innen das Verhältnis von Nähe und Distanz zum Gegenüber ausloten kann und welche Konflikte sich daraus möglicherweise ergeben.
Könnten Sie zu diesem Thema nicht einmal ein Gespräch zwischen einer/m Theolog*in und einem/r Journalist*in initiieren?

Mit herzlichen Grüßen
Tina Willms