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Liebe Frau Willms,

Das persönliche Gespräch mit Menschen außerhalb ihrer dienstlichen oder geschäftlichen Zuständigkeit ist ein wichtiges Element der journalistischen Recherche. Es ermöglicht dem jeweiligen Gegenüber, seine Wahrnehmung als „Hintergrundinformation“ weiterzugeben, ohne öffentlich präsent zu werden.  Journalisten hilft ein solche „Plauderei“, Pressemitteilungen aus Behörden, Unternehmen oder Parteien zu relativieren und einzuordnen. „Gewöhnlich gut informierte Kreise“ tragen somit dazu bei, jede Form von absoluter Behauptung in Frage zu stellen. Hintergrundgespräche, auch bei einem Tässchen Kaffee oder einem Gläschen Wein,   waren und sind  in zahlreichen Fällen  der Einstieg in eine „investigative“ (aufspürende) Arbeit, weil sie unterschiedliche, ja widerstreitende Perspektiven für die Journalisten erkennbar machen.

Mit freundlichen Grüßen
Arnd Brummer