Neue Lesermeinung schreiben

Vielleicht war das zu idealistisch: Da lese ich seit vielen Jahren Ihre Zeitschrift und gehe davon aus, dass – gerade, weil es sich um eine christlich geprägtes Produkt handelt - ein integrer, unbestechlicher und unabhängiger Journalismus betrieben wird. Und nun diskreditiert ausgerechnet Ihr Chefredakteur sich in seiner Kolumne („Ihre Meinung, Herr General“) selber und scheint es nicht einmal zu merken.
Einen offiziellen Teil gibt es, die Veranstaltung oder Pressekonferenz. Und anschließend treffen sich die Herren in Hinterzimmern, wo hinter vorgehaltener Hand beim Gläschen Wein jene Dinge vertraulich erzählt und gesagt werden, die sich nicht zur Veröffentlichung eignen. Und der Herr Journalist macht dabei mit. Ohne offensichtlich den leisesten Zweifel am eigenen Berufsethos zu entwickeln.
Bitte erklären Sie mir, wie ich Vertrauen in Ihre Zeitschrift haben soll, wenn das bei Ihnen „geht“.( Vielleicht wäre das mal ein Fall für Frau Otts Kolumne „Erledigt“).
Ich fände eine Stellungnahme dazu in der nächsten Ausgabe wünschenswert. Herr Brummer möge dort seine Berufsauffassung erklären und dazu Stellung nehmen, wie es zu dieser entlarvenden Kolumne kommen konnte.
Sie können davon ausgehen, dass Sie mich als Leserin verlieren werden, wenn ich davon ausgehen muss, dass dieses journalistische Berufsethos in der Chrismon-Redaktion kompatibel ist.
Erzürnte, frustrierte, desillusionierte, ja, geradezu traurige Grüße
Tina Willms
Und: Ja, ich erwarte von Ihnen, diesen Leserbrief zu veröffentlichen.