Neue Lesermeinung schreiben

Zufällig ist diese Woche der Wochenspruch "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."
Damit begründet die EKD, warum sie ein Schiff kaufen will, um die die Schiffbrüchigen vor Afrika zu retten und nach Europa zu bringen.
Doch dieses Bibelwort eignet sich nicht für die Rettungsaktion im Mitteelmeer - die schiffbrüchigen Migranten sind nicht die geringsten Brüder, die Ärmsten der Armen. Wer es bis dahin geschafft hat, hat Tausende von Dollars für die teure Flucht ausgegeben. Es ist daher eher der afrikanische Mittelstand, der sich die "Flucht" finanziell leisten kann.
.
Will man wirklich den Ärmsten der Armen helfen, muss man sich am Evangelium des vergangenen Sonntag orientieren: Am Beispiel des barmherzigen Samariters. Er ist nicht in Samarien geblieben, sondern hat sich aufgemacht und vor Ort geholfen. So sollte auch die EKD zu den Armsten der Armen in Afrika gehen, die sich die teure Flucht nicht leisten können, und dort helfen. Wenn man weiß, dass jeder Euro, der für Flüchtlinge nicht in Deutschland sondern vor Ort ausgegeben wird, die 37fache Wirksamkeit entfaltet - dann ist die Hilfe direkt in den Herkunftsländern nicht nur evangeliumsgemäßer, sondern auch effektiver und effizienter.
Zudem: Ein nicht begleiteter jugendlicher Flüchtling kostet den deutschen Staat 8000 € im Monat - von dem Geld könnte man in Afrika nicht nur ihn, sondern seine ganze Großfamilie ernähren. Und der Junge wäre nicht gezwungen, seine Familie und Heimat zu verlassen.