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So weit so gut oder schlecht. Vom dem Kernsatz, "Machet euch die Erde untertan" hat man sich verabschiedet. Wie so Vieles im AT passt auch diese Aufforderung nicht mehr in die Zeit. Allerdings gibt es einen Teil der Schöpfungsgeschichte, den man nicht so leicht biegen und brechen kann. Wir sind geschaffen aus den Bausteinen von Gut und Böse. Eine menschliche Bipolarität. Wie das ganze Universum. Von Jesus und der Kirche wird an die göttliche Seite in uns appelliert und gleichzeitig soll von uns die unabänderlich teuflische Seite (Pädophile) bekämpft werden. An der Beeinflussung der Natur bis hin zu existentiellen Veränderungen (Radioaktivität, Kriege, Klima, Abholzung, Tierindustrie, aber auch Ernährung und Freizeit) sind beide Seiten des menschlichen Wesens beteiligt. In dem Unvermögen, das Klima zu retten, zeigt sich auch die Unzulänglichkeit des menschlichen Wesens. Das zu verändern ist auf Dauer nicht möglich. Gast2019 hat zudem mit seinem Text auch eine mögliche Ungerechtigkeit der Klimadiskussion angedeutet. Selbst wenn wir als Übermenschen alle unsere Fehler (volle Kleiderschränke, Urlaubsreisen, etc.) aberziehen (freiwillig?) lassen, wäre damit so gut wie nichts gewonnen. Von der Vorstellung, das Vorbild der Welt zu sein, sollten wir uns doch wohl endgültig verabschiedet haben. Und wenn es ein Untergang, ein Krieg oder auch nur die Korruption ist, in anderen Ländern gelten nicht unsere Werte. Wir sind nicht Wertescharfrichter. Selbst wenn wir unseren Wohlstand um 50 % reduzieren (hält das die Demokratie aus?), würde das Ziel für den größten Teil der Anderen immer noch unerreichbar sein. Dann müssen wir auch den bald 10 Mrd. (Prognose bis 2050) zugestehen, so zu leben wie wir. Das Gebot der christlichen Nächstenliebe impliziert, dass es auch unserem Nächsten genau so gut gehen soll wie mir/uns. Das Ziel der Klimaaktivisten ist letztlich „unchristlich“, weil alle weltweiten Einschränkungen die Armen und Anderen noch stärker treffen kann als uns, zumal wir auch immer noch klimatisch bevorzugt sein könnten. Nächstenliebe bedeutet absolute Chancengleichheit. Auf einem höheren Wohlstandsniveau als jetzt, und mit noch 2,2 Mrd. zusätzlich, bedeutet das neben der CO2- und Methanbelastung auch einen noch größeren Raubabbau der Ressourcen (Rodungen). Ist es möglich, diese Zusammenhänge überzeugend theologisch zu erklären? Steigende Temperaturen werden diesen Prozess nur noch beschleunigen. Fatalismus pur. 1945 sah es für uns auch so aus. Hilflose Beschwörungen bieten keine Lösungen. Zum Glück gibt es das Vaterunser.