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Arnd Brummer betont zu recht, daß die individuelle Freiheit ein hohes Gut ist.
Das aber gilt gleichermaßen für Mitmenschen, die den Anblick nackter Männerbeine in
Sandalen ertragen müssen. Ob Kollegen sich erschreckt, herausgefordert oder bedrängt fühlen,
kann nicht das eigene Gewissen entscheiden. Dafür gibt es soziale Spielregeln des Benehmens.
Ich fühle mich in Theater, Konzert, Oper unwohl unter schlecht gekleideten Menschen; im
Restaurant schmeckt mir das Essen nicht, wenn am Nebentisch über Darmspiegellung oder
Ausschabung berichtet wird. Gutes Benehmen ist keine Behinderung der individuellen Freiheit,
sondern Schmierstoff zwischenmenschlichen Miteinanders. Deshalb geht ja Arnd Brummer selber
nicht mit kurzen Hosen ins Büro. Gut so!