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Sehr geehrte Frau Dr. Werner,
 
besten Dank für Ihren anregenden Leserbrief.
Die mir bekannten Metastudien sagen, dass Homöopathika nicht über den Placeboeffekt hinaus wirken. Sie wirken also, aber nicht mehr als Scheinmedikamente. Dass das gesamte Setting einer homöopathischen Behandlung  heilend wirken kann, bestreitet übrigens niemand. Und den Placeboeffekt schätze ich übrigens sehr positiv ein. Darin wirkt ja auch der Zuspruch: Dir wird geholfen. Bekannt ist auch mittlerweile, dass diverse schulmedizinische Behandlungen nicht spezifisch wirken, etwa die Arthroskopie bei Kniearthrose. Weswegen der GBA sie nicht mehr zur Erstattung zugelassen hat.
Der christliche Glaube wiederum beruht allein auf der Hoffnung. Da zahlt auch keine Krankenkasse für, und die evangelische Kirche hat nicht die Anerkennung als Medikament beantragt.
Vielleicht noch zum Hintergrund der Rubrik "Begegnung", in der dieses Gespräch erschien: Auf diesem Platz begegnen sich seit nunmehr 20 Jahren jeden Monat zwei Menschen und sprechen über ihre persönliche Erfahrung. Bei Frau Grams und Herrn Gottschling hat uns der unterschiedliche Lebensweg interessiert - die eine weg von der Homöopathie, der andere von der reinen Schulmedizin zur Akupunktur. Die Rubrik "Begegnung" wie auch das ganze chrismon-Heft sind nicht gedacht als Ort für wissenschaftliche Auseinandersetzungen. Dafür reicht allein schon der Platz nicht. Solche Auseinandersetzungen darf man eher erwarten etwa in der "Zeit" oder auf den Wissenschaftsseiten von Tageszeitungen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Christine Holch
Chefreporterin
Redaktion chrismon