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Liest man die Frage auf der Titelseite, macht sich Irritation breit. Handelt es sich um eine wissenschaftliche Fragestellung? Was haben Gummibärchen damit zu tun? Doch chrismon ist ja kein Wissenschaftsblatt. Umso größer dann die Enttäuschung beim Lesen des Interviews.
Die Beispiele bzgl. aufgeschlagener Knie und der „unbehandelbaren“ Warze sind lächerlich. Und auch in der Schulmedizin spielen die Zuwendung, die Empathie und die aufgewendete Zeit des Arztes eine sehr große Rolle (vgl. zuletzt SZ-Titelseite von 31.7.19 „Medizin und Mitgefühl“).

Sie arbeiten nicht heraus, was Sie auf der Titelseite ankündigen. Im Gegenteil: Zwei Menschen, die beide die Homöopathie ablehnen, unterhalten sich. Zumindest sind sie ja hinsichtlich der Magie in der Medizin unterschiedlicher Meinung – immerhin!
Haben Sie schon mal einen Infekt schulmedizinisch mit einem Antibiotikum behandeln lassen, und nach vier Wochen ging alles von vorne los? Oder haben Sie ihn homöopathisch begleiten lassen und dann hatten Sie für lange Zeit Ruhe? Dann wissen Sie, was ich meine. Homöopathie besteht nicht nur aus Arnica am Spielplatz. Schon viel größere Heilungserfolge verdanken meine Familie und ich der Homöopathie.

Der Artikel ist journalistisch schlecht gemacht, einschließlich der Ankündigung auf der Titelseite. Warum haben Sie nicht wenigstens zwei Gesprächspartner ausgewählt, die in puncto Homöopathie konträrer Meinung sind?

Sie drucken dieses Interview sicherlich nicht aus freien Stücken, ich vermute, Sie tun es für eine Lobby-Gruppe, vielleicht sogar gegen Geld. Homöopathie soll gesellschaftlich Stück für Stück die Anerkennung entzogen und in Misskredit gebracht werden.
Dafür geben Sie sich mit Ihrem religiösen Magazin her und stellen das Interview zwischen Artikel, die die Abschaffung der weiblichen Beschneidung fordern, das neue Leben der Kristina Vogel thematisieren, die vielfältigen Aspekte des Waldes, sexuelle Gewalt an Kindern etc. Sie geben sich modern und aufgeschlossen – umso finsterer Ihr Anti-Homöopathie-Interview.

Ich bitte Sie dafür zu sorgen, dass mir Ihre Zeitschrift nicht länger automatisch mit meinem SZ-Abo ins Haus geliefert wird. Andernfalls schicke ich sie Ihnen unfrei zurück oder bestelle die SZ, die in letzter Zeit ähnlich tendenziöse Artikel veröffentlicht, gleich mit ab.