Neue Lesermeinung schreiben

Sehr geehrte Frau Wimmer,
Sie schreiben, Sie hätten "Respekt gegenüber andersdenkenden Menschen" vermisst. Das täte mir natürlich leid, wenn Sie sich respektlos behandelt gefühlt haben sollten. Nur kann ich nicht so recht nachvollziehen, wo der Respekt Ihnen gegenüber fehlt. Vielleicht kurz zum Hintergrund dieser Rubrik mit dem Titel "Begegnung": Das ist der Platz in unserem Heft, wo sich zwei Personen, die die Redaktion interessant findet, austauschen. Es geht dabei immer auch um ganz persönliche lebensgeschichtliche Erfahrungen. Wir haben Frau Grams und Herrn Gottschling eingeladen, weil wir interessant fanden, dass die eine sich abgewandt hat von einer alternativen Heilmethode, während der andere sich einer alternativen Heilmethode zuwendet.
Ausdrücklich wird auch gesagt: Niemand will Menschen die Homöopathie wegnehmen, sie gar verbieten. Wer sich bei der Homöopathie gut aufgehoben fühlt - alles gut.
Dass die beiden Gesprächpartner womöglich manchmal ein wenig schnoddrig reden - das dürfen sie. Das ist nun mal die persönliche Art zum Beispiel von Prof. Gottschling, als Palliativmediziner braucht er die vermutlich auch. Und man muss ja auch gar nicht der Meinung dieser beiden Personen sein. Vielmehr macht es diese Textform, in der Aussagen jeweils Personen zugeordnet sind, den LeserInnen ja gerade leicht, sich davon abzugrenzen. Also zu sagen: Nö, seh ich nicht so wie Frau Grams, hab ich andere Erfahrungen mit.
Das wäre ganz in unserem Sinne! Diskussion und auch Streit gehören nun mal zu einer friedlichen Gesellschaft dazu.
Herzliche Grüße
Christine Holch
Chefreporterin
Redaktion chrismon