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Sehr geehrte Frau Bobrik,

huch, das sind ja eine ganze Menge Vorwürfe, die Sie in Ihrer Leserzuschrift unterbringen: reißerisch, einseitig, hämisch, zynisch, unsachlich…

Wir hatten ganz bewusst keine/n VertreterIn der Homöopathie zu diesem Gespräch angefragt. Wir machen ja auch keine Interviews mit Menschen, die den Klimawandel leugnen. Es gibt nun mal keine den wissenschaftlichen Standards genügenden Nachweise, dass Homöopathika über Placebo hinaus wirken. Und ein Magazin ist nicht verpflichtet, etwas, das es für sinnlos hält, zu propagieren. Gilt umgekehrt übrigens genauso: Ein Medium, das Homöopathie vorstellt, ist nicht verpflichtet, die Gegenseite darzustellen.

Das Für und Wider haben wir im Übrigen ausreichend dargestellt. Das findet z.B. durch die Fragen der Interviewerin Eingang in den Text. Und kommt sogar in der Erzählung von Frau Grams vor: wie sie als junge, unfalltraumatisierte Frau bei einer Homöopathin Hilfe fand. Später ordnet sie das anders ein – dem kann man als Leserin folgen, muss es aber nicht.

Eigentlich verstehe ich Ihren Ärger gar nicht so recht, denn überaus deutlich wird in dem Text gesagt, dass Homöopathie wirkt, nur eben nicht über die Globuli. Die von Ihnen als „reißerisch“ gebrandmarkte Ankündigung auf der Titelseite ist geradezu ausgewogen: „… was an der Homöopathie wirkt und was nicht“. Wenn Menschen positive Erfahrungen mit HomöopathInnen oder mit Homöopathika gemacht haben, werden sie wegen eines solchen Gesprächs in chrismon nicht Abstand nehmen von der Homöopathie. Das glauben Sie doch nicht im Ernst!

Mit freundlichen Grüßen

Christine Holch/Redaktion