Neue Lesermeinung schreiben

Der derzeitige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Herr Prof. Dr. Peter-André Alt, hat in einem Interview in Bezug auf Studienanfänger geklagt: "Längere Texte zu lesen und zu schreiben, falle den Studierenden schwerer." (Zitiert nach Frankfurter Rundschau vom 19. Juni 2019, Seite 19).

Offenbar liegt hier kein spezielles Verständnisproblem von Studienanfängern vor. Auch bei Leserkommentatoren von chrismon tritt dieses Unvermögen auf. Sogar bei kurzen, ja extrem kurzen Texten, nämlich Titeln von Artikeln. Herr Maxim Graf vermag nicht die vorsätzliche, massive Beleidigung zu erkennen, die in dem Untertitel steckt: "Es war ein Algerier - Der Mörder ihrer Tochter ist verurteilt".

Ich hoffe, in einem nicht selbst wieder zu langen Kommentar diese Beleidigung aufzuzeigen. Im Titel, der muss kurz sein, ist das Unwesentliche wegzulassen und das Wesentliche zu benennen. Wir erfahren also: Mord, Tochter und Verurteilung. Und was noch? Doch wohl das Motiv! Habgier, Eifersucht, verletzte Ehre, evtl. Schraube locker? Pustekuchen, keine Silbe davon! Aber Algerier!

Das ist die gängige Tour der strammen Rechten, Hass auf Ausländer zu schüren. Es ist die Behauptung, Algerier zu sein wäre die Erklärung für das Verbrechen. Das ist eine Beleidigung aller Algerier. Und diese Beleidigung hat sich Frau Antje Kharchi in der Zwangsbeilage chrismon verbeten und die Chefredakteurin Frau Ott hat sich entschuldigt.

Um die Opfer geht es sowieso nicht, wenn die Law-and-Order-Abteilung des AfD-Umfeldes zur Ausländerhatz anstachelt.

Sollte die Beleidigung immer noch nicht klar sein, melden Sie sich bitte erneut, lieber Herr Graf!

Sepp Stramm