Neue Lesermeinung schreiben

"Mir, als Kirchenmitglied und Pfarrerin, ist es ein großes Ärgernis, dass ein solcher Artikel in einem Magazin steht, dessen Herausgeber der Ratsvorsitzende ist und das als Magazin der ev. Kirche gelesen wird. "
Als Pfarrerin machen Sie der Kirche mit Ihrer recht konventionell anmutenden Haltung wenig Ehre !
" Und manche sind auch einfach Arschlöcher, wie es sie überall gibt."
Mag sein, aber um die geht es nicht explizit, denn das besondere an dem Fall ist die Kombination aus beidem, nämlich dem generell männlich narzisstisch gewalttätigen Ego und der kulturellen Prägung zugleich.
Außerdem zeugt Ihre Ausdrucksweise von recht wenig Kompetenz als Pfarrerin, die doch irgendwie auch eine Art kulturelle Leitfigur darstellen sollte ?
Der Titel ist provokativ, aber er will ja auch stärker die allgemeine Stimmung ansprechen, als hier nur lediglich der Kirchen eigenen Konformität genüge tun. So verstehe ich es, und je länger ich über das Thema nachdenke, desto klarer wird es mir, dass da wohl sehr vieles schief gelaufen sein muss !
Vielleicht ist die Kritik, Ihre Kritik am Artikel auch berechtigt, denn die Probleme sind zu spezifisch für eine öffentliche Diskussion. Wichtig ist doch, dass es hier nicht um Hetze und Rassismus geht, sondern um die konkrete Benennung von Schwierigkeiten, die in solchen belasteten Beziehungen auftreten können. Man muss doch der Gefahr ins Antlitz sehen, statt sie aus falsch verstandener politischer Sorge, zu relativieren.
Wir haben zwar alle Recht auf unsere eigenen Erfahrungen, heißt es, doch das soll ja nicht heißen, dass man sehenden Auges in Gefahren nahezu hineingeworfen wird, so nach dem Motto : Wo die Liebe nicht hinfällt ! Oder. Du bist selber schuld ! Oft genug in Bezug auf `normale`Beziehungen angewendet. Oder noch deutlicher, mit dem Hinweis auf den Gekreuzigten ! Wer sich der Gefahren bewusst ist, reagiert anders als jemand, der sich auf eine Beziehung einlässt, ohne zu wissen, was er da tut.
Die Betroffene, Frau H. hat viele Warnhinweise überhört, aber sie ist ja auch `nur` Opfer christlich politischer Propaganda früherer Zeiten geworden, mehr nicht. Dass sie heute die Stärke besitzt, an ihrem Schmerz nicht zu zerbrechen, sondern dafür zu kämpfen, dass wir uns dem Thema mit einem nüchtern reflektierenden Bewusstsein zuwenden, ist ihr hoch anzurechnen, finde ich. Dass sie auch mal ungerecht wird, ist normal, weil der Schmerz ein irrationales Empfinden ist. Es liegt an uns, darauf mit Empathie, statt mit Zurückweisung und Flucht in eine konforme, relativierende und zugleich wertende Haltung, zu reagieren.