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Immer mal wieder finde ich gute Artikel und Interviews in der Chrismon, die meiner Zeitung beiliegt.

Bei der aktuellen Ausgabe stieg mir allerdings schon beim Überfliegen des Titels die Wut in den Kopf.

Es mag in diesem Fall der kulturelle Hintergrund einen Einfluss auf eine Verrohung des Charakters gehabt haben und es mag für eine trauernde Mutter als hilfreiches Erklärungsmuster dienen, aber:

Ich bin fassungslos, dass sich ein Magazin, das sich evangelisch nennen darf, der gleichen billigen, provokanten, unglaublich dummen weil nicht differenzierenden Masche bedient, wie sie vermehrt von aggressiven, sehr einfach gestrickten, sehr ungebildeten Populisten zum demokratiegefährdenden Stimmenfang genutzt wird.

Was hat Sie um Gottes Willen - auch wenn Verunglimpfungen einer Nation durch Verkürzungen und Verallgemeinerungen sicher nicht seinem Willen entsprechen - dazu gebracht, in großen Lettern die Nationalität eines Mörders in den vordersten Vordergrund zu rücken?

Nicht ohne Grund gilt es, angefangen bei der deutschen Polizeikommunikation bis hin zu Medien, zumindest bei solchen, die sich in ihrer Berichterstattung von Skrupel, Maß und Menschenfreundlichkeit leiten lassen, längst als unangebracht, weil brandgefährlich, die nationale oder „ethnische“ Zugehörigkeit bei kriminellen Taten mit anzugeben.

Schade, dass Sie sich offenbar von der persönlichen Trauer einer - natürlich zu Recht - verzweifelten Mutter und Großmutter oder einem nicht nachvollziehbaren Missions oder Aufmerksamkeitswillen haben lenken lassen.
Das „evangelisch“ oder das „chris(t)“ gehört von dieser schändlichen Titelseite dann aber gestrichen.