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Sehr geehrte MitarbeiterInnen,
Gern möchte ich auf einen Artikel Ihrer Zeitung reagieren. Der Mut der beiden Frauen, die sich im Beitrag "Wer tut so was?" über persönlich erfahrene sexuelle Gewalt äußern, ist so bemerkenswert, dass ich ein großes Bedürfnis habe, dafür Danke zu sagen. Im Rahmen meines Medizinstudiums habe ich mit Opfern sexueller Gewalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gearbeitet. Die offene Beschreibung des Erlebten, der beiden Frauen, welche im Text die Namen Pia und Anne tragen, helfen mir, das Ausmaß dessen zu begreifen, was Kindern passieren kann. Da ich selbst ohne Gewalt aufwachsen durfte, fällt es mir schwer, mir überhaupt vorstellen zu können, wozu Menschen in der Lage sind. Was sie tun und auch ertragen können. Mit meiner Reaktion auf diesen Artikel möchte mich mich ausdrücklich an diese starken und bewundernswerten Frauen wenden.
Sich diesen Erlebnissen zu stellen und davon zu berichten verdient höchsten Respekt und Anerkennung. Allein die Leiden, welche beide für dieses Interview auf sich genommen haben, bewegt mich zu tiefst. Leider habe ich erlebt, dass junge Mädchen sich für den Suizid entschieden haben. Dafür sind auch unsere rechtlichen Möglichkeiten verantwortlich.
Wenn Aussagen aufgrund von Suizidalität immer weiter verschoben werden, Traumatherapien deshalb aufgeschoben werden und die Aufarbeitung immer weiter verzögert wird. Die Qualen durch die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung sind unzumutbar! Danke für Ihren Mut und Ihr Überleben, Anne und Pia. Ich bewundere Sie zu tiefst und wünsche Ihnen ein Leben, in dem sich im Laufe der Zeit den negative Erinnerungen gegenüber unzählige positive Erinnerungen sammeln.

Mit freundlichen Grüßen
H. P.