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Liebe Frau Recker,

Sie schreiben: "Ich habe meine Bekannten gefragt, ein großes Schweigen war die Antwort, so nach dem Motto, jaja, schlimm, aber Gott sei Dank bin ich nicht betroffen... "
Ich dachte auch immer: Ich kenne niemanden, der/die missbraucht worden ist. Aber dann fiel mir eine Kinderfreundin ein, die so etwas angedeutet hatte - ich hatte es als Kind nur leider nicht verstanden; und mir fiel ein, dass ich beobachtet habe, wie ein Pfarrer sich an eine Mitkonfirmandin rangemacht hat; und als ich im Freundes- und Verwandtenkreis sagte, dass ich zum Thema Missbrauch recherchiere, erzählten mir auf einmal mehrere Menschen von Fällen in ihrem (= meinem) Umfeld. Kann ja eigentlich auch gar nicht anders sein, wenn die wissenschaftlichen Schätzungen stimmen, dass in jeder Schulklasse von 20 Kindern mindestens ein Kind sitzt, das sexualisierte Gewalt erfährt oder erfahren hat. Was ich damit sagen will: Ein gewisser vertrauensvoller Rahmen vorausgesetzt, sprechen Menschen dann doch über dieses Thema und erzählen, so mein natürlich total subjektiver Eindruck, von Angehörigen/Freunden/Bekannten, denen genau das widerfahren ist.

Herzliche Grüße
Christine Holch/ Redaktion chrismon