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Frau Bielmeier, zuerst eine Frage, sind Sie wirklich der Meinung, dass die Frauen keinen Zugang zu Informationen über Abtreibungen haben? Wie ich Ihre Meinung sehe, ist Ihnen ja auch das Frauenbild wichtig, dass zum Ausdruck kommt. Im Selbstversuch habe ich gerade im Internet schon alles mögliche über die verschiedenen Arten von Abtreibung zu lesen bekommen. Da frage ich, was haben Sie für ein Frauenbild, denken Sie die Frauen sind nicht in der Lage sich selbst zu informieren? Unser Paragraf 218 ist ein sorgsam austarierter Kompromiss, und ich bin froh, dass wir das in Deutschland so regeln konnten. Wenn man ehrlich ist, wird der Paragraf wesentlich weiter ausgelegt, als ursprünglich beabsichtigt, und ich denke, jede Frau kann ohne Probleme den Schein zur Abtreibung bekommen. Die Zahl von über 100.000 Abtreibungen im Jahr zeigt das. Dass es dieses Gespräch vorher braucht, ist ein Schutz des ungeborenen Kindes, aber auch der Frau, die ja sehr oft in einem großen Konflikt ist.

Nun geht es also um den 219a, gleich am Anfang Ihres Artikels großes Kino: Aufklärung bei Lebendorganspende, contra Aufklärung/Information zur Abtreibung, das ist so hanebüchen, dass ich es nicht weiter kommentiere.
Dann darf beim 219a natürlich nie der Bezug zum Jahr 1933 fehlen, ganz ehrlich, wie viele Gesetze aus dieser Zeit gelten wohl heute noch? Aber mit diesem Bezug ist ja schon mal alles klar.

Und zuletzt noch eine Frage, gehört zum Recht auf Aufklärung und den Folgen einer Abtreibung auch, dass man zum einen sieht, wie eine Abtreibung abläuft, und sich der Fötus wehrt? Und gehört auch dazu, dass über mögliche seelische Spätfolgen informiert wird? Oder würde das wieder Ihrem Frauenbild entgegenstehen. Wie ernst nehmen Sie die Frauen wirklich?