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Wer aus Europa kann oder wird nach Afrika reisen, um sich dort vor Ort die alten Kunstwerke anzusehen? Kaum jemand, auch die vielen Schulklassen, die bis heute in Museen Informationen und Einblicke in die afrikanische Kunst erhalten, jedenfalls nicht mehr. Daher die etwas harte Frage, wem nutzt diese Aktion? Wenn diese Exponate aber heute zum Weltkulturerbe gehören, muss man sich fragen, wo alle diese Stücke wären, wenn sie in Afrika geblieben wären, was hätte man davon gewusst, hätten sie sich überhaupt bis heute erhalten, wem wären sie in unserer Zeit noch zugänglich? Afrikanische Staaten hatten und haben leider über viele Jahrzehnte andere und wichtigere Probleme zu lösen, als sich um Kunst zu sorgen, die Existenz- und Überlebensfrage war und ist immer noch dringlicher als Kunstwerke zu schützen. Es gehört allerdings von europäischer Seite ganz sicher zu den wichtigsten Aufgaben, die Herkunft und den geschichtlichen Hintergrund der Exponate offen zu verdeutlichen, dabei auch eigene Schuld einzugestehen, aber ob es sinnvoll oder vernünftig ist, einfach alles zurückzugeben, wage ich zu bezweifeln. Allein der Status "Weltkulturerbe" ist doch so klar, es handelt sich nicht um Eigentum von Europa sondern der Welt, ein Erbe, mit dem man bewusst und sorgfältig umgehen muss.