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Zunächst einmal ein großes Lob an Sie für eine wirklich tolle und inhaltlich immer wieder sehr gute und tiefgreifende Zeitschrift. Ich freue mich über jede Ausgabe, die mir (meist mit dem Zeit Abo) ins Haus flattert und lese sie immer als Erstes!

Als Mutter eines nun vierjährigen Sohnes mit Down-Syndrom beschäftigt mich (und viele andere Eltern) das Thema Praenatest sehr. Wenn sogar die evangelische Kirche den Test befürwortet und als risikolos bezeichnet, wird mir manchmal ganz mulmig. Risikolos, ich weiß, was damit gemeint ist. Und doch sehe ich ein sehr großes Risiko in dem Test, zumal er gerade wegen seiner Risikolosigkeit vielleicht noch häufiger durchgeführt wird als die bisherigen Alternativen. Und das führt dann auch schon zum nächsten Problem. Viele Eltern wollen durch den Test bestätigt bekommen, dass alles gut ist. Oft haben sie sich nicht so viele Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, wenn Auffälligkeiten festgestellt werden und tatsächlich eine Behinderung wie das Down-Syndrom festgestellt wird. Und dann ist er auch schon nicht mehr risikolos, sondern ein großes Risiko für das Leben des ungeborenen Kindes.

Durch den Austausch mit anderen Eltern von Kindern mit Trisomie 21 sowie durch meine eigene Erfahrung ist zum vierten Geburtstag unseres Sohnes ein Artikel entstanden, den ich gerne an Sie weiterleiten würde. Denn was uns Eltern immer wieder begegnet, ist Ahnungslosigkeit, Furcht und teilweise falsche Vorstellungen vom Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom. Natürlich gibt es die Fälle, in denen alles schief läuft, in denen viele Begleiterkrankungen auftreten und die Kinder lange Zeit im Krankenhaus verbringen und im Schlimmsten Fall jung sterben. Es ist das, wovor sich viele Menschen fürchten, wenn sie sich vorstellen, ein Kind mit Down-Syndrom zu bekommen. Doch ein Großteil von uns lebt sehr gut damit und unsere Kinder (und damit auch wir) sind nur wenig eingeschränkt. Darum wünsche ich mir, dass Eltern, die die Diagnose Down-Syndrom für ihr ungeborenes Kind bekommen, sich informieren. Und zwar dort, wo Erfahrungen gemacht wurden: bei anderen Eltern.

Wir haben die Diagnose damals erst nach der Geburt erhalten. Darüber waren wir sehr froh. Trotzdem waren wir schockiert und hatten viele Ängste (und wenig Ahnung). Leider mussten wir feststellen, dass uns Gespräche mit Ärzten da aber so gut wie gar nicht weitergeholfen haben. Wir sind dann ganz weich gelandet, denn wir haben das große Glück, dass in unserer Stadt (Münster) eine wunderbare Elterngruppe (Unser Kind mit Down-Syndrom) existiert. Hier wurden wir beraten, aufgeklärt und kamen erst mal so richtig an in unserem neuen Leben. Erst der Austausch mit anderen Eltern hat uns Antworten auf unsere Fragen gegeben und uns wirklich weitergeholfen. Gleichzeitig konnten wir schon erleben, dass wir nicht allein sind damit. Dass da andere sind und wir mit offenen Armen empfangen werden.

Es wäre schön, wenn Sie meinen Blogbeitrag aufgreifen und weiterverbreiten oder einfach auch über das Leben mit dem Down-Syndrom berichten könnten. Für viele ist es ein Schreckgespenst, das sie möglichst weit von sich weisen möchten. Für uns ist es unser normales Leben und trotz aller Angst und allem Schrecken, den wir hatten, sagen wir, dass unser Sohn ein Geschenk ist. Dass er perfekt ist, so wie er ist. Dass man damit leben kann, sehr gut sogar. Und dass wir da sind, wenn werdende Eltern sich zwar vor der Zukunft fürchten, ihrem Kind aber dennoch eine Chance geben möchten.

Hier der Link zum Beitrag:

https://www.der-netzwerk-blog.de/fragt-uns/

Falls Sie noch weitere Artikel von mir zu unserem Leben lesen möchten, finden Sie die hier:

https://www.der-netzwerk-blog.de/?s=down+syndrom