Neue Lesermeinung schreiben

Es ist immer wieder bestürzend, wie leicht es rechten Politikern, hier dem AfD-Aushängechristen Volker Münz fällt, Gesprächspartner vor sich herzutreiben. Frank Richter, sein Gegenpart, vertrat zwar eine andere Position, war aber konziliant und um Verständigung bemüht. Das ist an sich ja nicht verkehrt und war bisher immer eine gute Gesprächsbasis, auch ist es ja legitim und möglicherweise sinnvoll, dass ein AfD-Politiker seine Sicht auf die Welt in chrismon darstellen darf. Und doch. Es werden ausgerechnet die Bereiche nicht besprochen, in denen die Partei angreifbar ist und angegriffen werden muss. Der AfD-Mensch setzt die Themen und alle gehen bereitwillig mit. So dreht sich erstens das Gespräch vor allem um Migration und Flüchtlinge – als wären sich alle einig, dass hier das zentrale Problem liegt, über dem die Zukunft des Landes entschieden wird! Und zweitens stellt niemand die ungesagt im Raum stehende Lösung in Frage: Warum sollte ausgerechnet durch Ausweisung (oder Dezimierung oder größtmögliche Anpassung oder...) der gesellschaftlich schwächsten Gruppe endlich alles wieder gut werden?!
Um Münz nachzuweisen, dass diese Argumentation mindestens gaga und unlauter ist (bei wohlmeinender Betrachtung), muss man gar nicht die allseits bekannten verbalen Entgleisungen von AfD-Politikern aus der Tasche ziehen, die er sowieso bloß mit verbalen Entgleisungen anderer Politiker kontert – und damit den Punkt in dieser Runde holt.
Hinzu kommt, dass er sagen darf, dass sich seine Partei auf einem guten Weg in Richtung wertkonservativ befinde, obwohl die gesamte Entwicklung seit Gründung für alle gut sichtbar in die andere Richtung geht... und keiner widerspricht.
Und zuletzt ist es dann halt doch fraglich, wie man mit einer Partei weiter im Gespräch bleiben kann, deren Daseinszweck es ist, eine gesellschaftliche Spaltung herbeizuführen, welche dann ihre Existenz nachträglich legitimiert.