Neue Lesermeinung schreiben

Müssen Christen das Grundgesetz ausstoppen? Das sagt, dass niemand wegen seiner ethnischen, kulturellen oder religiösen Zugehörigkeit diskriminiert werden darf. Was die ethnische und kulturelle Beliebigkeit betrifft, sagt sogar das (tradierte) Christentum: Da ist weder Jude, noch Grieche, weder Sklave, noch Freier, sondern wir sind alle Eins in Christus! Ethnische oder kulturelle Beliebigkeit als etwas Negatives hinzustellen, das beendet werden muss, ist demzufolge nicht nur grundgesetzwidrig, sondern auch antichristlich. Das gilt von der Verkündigung her so zwar nicht für den Glauben oder die Religion, aber von Staats wegen darf Glaube nicht erzwungen werden, denn das macht ihn nicht möglich, sondern unmöglich. Wenn wir von Staats wegen alle Christen sein müssen, ist es keiner mehr oder höchstens dem Namen nach. Also ist auch die Forderung, durch staatliche Maßnahmen das Christentum allen vorzuschreiben, antichristlich. Auch wenn in der Bannbulle gegen Luther der Satz verurteilt wurde "Ketzer Verbrennen ist wider den Hl. Geist", gibt er doch eine zentrale und zutreffende Erkenntnis des Reformators wieder, obschon die Reformation - einmal an die Macht gelangt - sich selbst später nicht mehr konsequent daran hielt.